
Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 32 vom 3. September 2026.
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Von Ingmar Jochum
Wenn das Wetter mitspielt, bietet der Gebhardsberg einen wundervollen Ausblick über die Landeshauptstadt und die umliegenden Gemeinden. In diesem malerischen Ambiente fand am Donnerstag das Hochfest des heiligen Gebhard, dem Patron der Diözese Feldkirch, statt. Bei strahlendem Sonnenschein wollten so viele Menschen mit dabei sein, dass manche leider stehen mussten, da bereits früh alle Sitzplätze besetzt waren. Nach dem Einzug der Ko-Zelebranten, unter ihnen Generalvikar Hubert Lenz, Abt Vinzenz Wohlwend vom Kloster Mehrerau sowie Monsignore Michael Kahle vom Dikasterium für den Gottesdienst und Kanoniker an der Papstbasilika Santa Maria Maggiore, begrüßte Pfarrer Manfred Fink die Gottesdienstbesucher.
Bischof Benno Elbs ging in seiner Predigt auf die Bibelstelle ein, in der die Jünger auf dem See gefischt und nichts gefangen hatten – nach dem Wort Jesu jedoch mit vollen Booten wieder zurück ans Ufer kamen. Diese leeren Hände des Petrus hätten, wie Bischof Benno erläuterte, drei Bedeutungen. „Vor Gott stehen wir – wie Petrus – als Menschen, die auf seine Nähe und Zuwendung angewiesen sind. Leere Hände sind deshalb nicht nur ein Zeichen des Mangels. Sie können zu Händen werden, die sich für Gott öffnen. Denn wer mit leeren Händen vor Gott steht, erwartet etwas, ja alles, von ihm. Leere Hände sind Hände der Erwartung, der Hoffnung auf Fülle und Erfüllung“, so Bischof Benno. Gott wirke dort, wo wir selbst an die Grenzen kommen und wo wir als Menschen nicht alles im Griff haben. Die Hoffnung hat für uns jedoch ein Gesicht: Jesus Christus. Er ist es, der uns mit unseren leeren Händen erwartet und aufnimmt.
Für Bischof Benno ist der zentrale Satz im Evangelium: „Auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen.“ Obwohl die Nacht erfolglos war und er es als Berufsfischer eigentlich besser weiß, vertraut Petrus dennoch darauf, dass Jesu Wort Größeres bewirken kann als er selbst. Petrus vertraut seinem Wort. Er vertraut sich ihm an und hofft, dass die leeren Hände doch noch gefüllt werden. Christlicher Glaube vollzieht sich immer in einer Haltung des Sich-Anvertrauens, indem wir Gott unsere Begrenztheit, unsere Armut, unsere Wunden und Lebensbrüche anvertrauen und hoffen, dass er uns dort weiterhilft, wo wir an unsere Grenzen stoßen. Als eine weitere Aussage des Evangeliums sieht Bischof Benno die Botschaft, dass Petrus nicht nur ein reicher Fang beschieden war, sondern dass auch er eine Aufgabe zugesprochen bekam: „Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“ Das heißt: Er soll das, was er empfangen hat, weitergeben. Auch das ist ein Grundvollzug des Glaubens: Wir empfangen von Gott, damit nicht nur wir etwas davon haben, sondern vor allem auch die anderen. Christliches Leben bedeutet immer, die Hände für andere zu öffnen.
Im Anschluss stellte Bischof Benno ein neues Messbuch vor. Dieses enthält alle Heiligen und Seligen Vorarlbergs. Er dankte Michael Kahle vom Dikasterium für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung für seine großartige Unterstützung, durch die dieses Werk entstehen konnte.
Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 32 vom 3. September 2026.
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