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Altenstadts Pfarrkirche erfindet sich neu

Die umfassende Sanierung schreitet zügig voran. Historische Bausubstanz bleibt erhalten, gleichzeitig entsteht ein Kirchenraum, der den Anforderungen der Zukunft gerecht wird.

von Joachim Schwald

 

Wenn in der Sakristei der Abbruchhammer zum Einsatz kommt, im Altarraum Mörtel angerührt wird und im Kirchenschiff die Bänke einem Baugerüst weichen mussten, sprechen die Indizien eine klare Sprache: In der Pfarrkirche Feldkirch-Altenstadt wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet.


Seit September vergangenen Jahres wird das Gotteshaus umfassend saniert und gleichzeitig behutsam für die Zukunft weiterentwickelt. „Bausubstanz, Technik und Inventar waren dringend sanierungsbedürftig. Daher beschloss die Pfarrgemeinde einstimmig, die Kirche auch funktional zu modernisieren“, erzählt Projektleiter Wilfried Berchtold. Gemeinsam mit der Architektengemeinschaft Cukrowicz Nachbaur Metzler entstand in einem partizipativen Planungsprozess ein Sanierungskonzept, das den historischen Charakter der Kirche bewahrt und zugleich neue liturgische und pastorale Anforderungen berücksichtigt. „Mit viel Einfühlungsvermögen wurde gemeinsam mit der Pfarre eine zukunftsfähige Lösung entwickelt“, freut sich Pfarrer Ronald Stefani.

 


Sichtbar wird das vor allem im Altarraum. Der Altar rückt näher an die Gemeinde, das Podest wird abgesenkt und der Chorbogen geöffnet. Ein neues Oberlicht und ein schlankes Langfenster tauchen die Apsis künftig in natürliches Licht. Ergänzt wird der Altarraum durch einen neuen Ambo, der als gestalterisches Gegenüber zum Altar konzipiert ist. Eine weitere markante Veränderung ist die Schließung des Seitenschiffs.

 

Kunstwerk kehrt zurück

Ein besonderer Höhepunkt der Neugestaltung ist die Rückkehr eines lange vermissten Kunstwerks. „Die Krönung Mariens zählt zu den bedeutendsten gotischen Kunstwerken Vorarlbergs“, sagt Stefani. Nachdem das Werk im 19. Jahrhundert vom Vorarlberger Landesmuseum angekauft worden war, kehrt es nun als Leihgabe an seinen ursprünglichen Bestimmungsort zurück und wird künftig gut sichtbar im Altarraum präsentiert.

 

Andachtskapelle

Auch im hinteren Teil der Kirche verändert sich vieles. Die Empore und ihr Aufgang werden neu gestaltet. Unter ihr entsteht eine Andachtskapelle mit der Schwarzen Madonna – ein ruhiger Ort für Gebet und persönliche Einkehr. Der bisherige Beichtstuhl entfällt; stattdessen wird in der Sakristei eine offen gestaltete Sitzecke für Beicht- und Seelsorgegespräche eingerichtet. Eine besondere Stellung erhält auch das Taufbecken, das künftig an der Kreuzung von Längs- und Querschiff und damit im Zentrum des Kirchenraums stehen wird. Derzeit sind die Bauarbeiter mit der Reinigung der Decke sowie der Sanierung der Fenster beschäftigt. Anfang August soll das Baugerüst verschwinden. Danach folgen der Einbau der Bodenheizung und die Verlegung eines neuen Holzbodens. Die alten Bänke werden sorgfältig restauriert und in ihrer natürlichen Holzfarbe, -struktur und -haptik wieder aufgestellt.

 


Mit dem Baufortschritt zeigen sich Pfarrer Ronald Stefani und Projektleiter Wilfried Berchtold zufrieden. „Wir liegen derzeit gut im Zeitplan“, freuen sich Pfarrer und Projektleiter. „Wenn alles weiterhin so verläuft, kann die Revitalisierung planmäßig vor Weihnachten abgeschlossen werden.“

 

Breite Unterstützung

Mindestens ebenso erfreulich wie der Baufortschritt ist für die Verantwortlichen die große Unterstützung aus der Bevölkerung. „Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen engagieren sich und unterstützen das Bauvorhaben mit sportlichen, musikalischen, kulturellen und kulinarischen Aktionen“, sagt Stefani. Dieses Engagement ist wichtig, denn von den Gesamtkosten in Höhe von 3,7 Millionen Euro müssen rund 400.000 Euro durch Spenden aufgebracht werden. Dazu beitragen sollen unter anderem auch die Baustein- und Patenschaftsaktionen. So wird die Erneuerung der Pfarrkirche nicht nur zu einem Bauprojekt, sondern zu einem Gemeinschaftswerk der ganzen Pfarre.

 

 

Pfarrkirche Feldkirch-Altenstadt

 

Die Ursprünge der Pfarrkirche in Altenstadt reichen vermutlich bis ins 9. Jahrhundert zurück, auch wenn sich ihre Anfänge nicht eindeutig belegen lassen. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Kirche im Jahr 1393, als sie zum Domkapitel Chur gehörte. Mitte des 15. Jahrhunderts, erhielt die Kirche mit einem halboktogonalen Chor ihre erste bedeutende Erweiterung. 1468 wurde dort ein kunstvoller gotischer Schnitzaltar geweiht.


Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus mehrfach umgebaut. 1813 entstand anstelle des alten Chorraums ein Neubau, 1825 wurde der heutige Kirchturm errichtet. Eine umfassende Erweiterung und Umgestaltung im neuromanischen Stil erfolgte zwischen 1884 und 1886. Die bislang letzte große Renovierung fand in den 1960er Jahren statt. Damals erhielt die Kirche unter anderem das markante Rundfenster über dem Hauptportal. Zugleich wurde der Innenraum im Zuge der damaligen liturgischen Erneuerung grundlegend umgestaltet.

KKV

Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 28  vom 16. Juli 2026. 

 

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Veröffentlicht am 15.06.2026
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