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'Komm heraus Lazarus' von Prisca Graß.
Hubert Lenz / "Komm heraus Lazarus" von Prisca Graß.
  • Vorarlberger Kirchenblatt (617)
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Gott schenkt neues Leben!

Generalvikar Hubert Lenz schreibt über die Vorfreude auf das Osterfest, an dem die Herzen von Neuem zu blühen beginnen und das neue Leben gefeiert wird.

Liebe Leserinnen und Leser des Kirchenblattes,

 

in meinem Pfarrverband sind wir in der diesjährigen Vierzigtagezeit unseren Weg der Umkehr und Versöhnung anhand der „Auferweckung des Lazarus“ gegangen: ein schönes und hoffnungsvolles Evangelium: einerseits schenkt uns Jesus Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, da er von sich sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“. Mit dieser wunderbaren Botschaft wurde durch die Jahrhunderte hindurch Menschen, die um einen Verstorbenen trauen, Hoffnung und Trost geschenkt. Andererseits ist es ein Evangelium, eine Gute Botschaft, dass es nicht nur ein Leben nach dem Tod, sondern auch ein Leben vor dem Tod gibt.

 

Manchmal sind wir wie tot und dann ruft Jesus wie Lazarus auch uns aus unseren Gräbern: 
Komm heraus aus dem Grab der Resignation! Komm heraus aus dem Grab der Verletzungen und Enttäuschungen! Komm heraus aus dem Grab deiner Schuld! Komm heraus aus dem Grab der Einsamkeit! Komm heraus aus dem Grab der Ohnmacht! Komm heraus aus dem Grab der Erstarrung und Verkrümmung in dich selbst! Jesus ruft auch mich und dich aus unseren Gräbern und will uns neues Leben schenken.

 

Mir ist vor ein paar Tagen die Rolle der Martha ganz neu aufgegangen. Bisher bin ich bei den wunderbaren Worten Jesu stehengeblieben. Martha hat in diesem Evangelium eine sehr interessante Rolle. Sie bekennt sich zu Jesus, dem Sohn Gottes. Sie bekennt sich stellvertretend für Lazarus zu Jesus. Der Evangelist will uns damit sagen: es gibt so etwas wie einen stellvertretenden Glauben und auch ein stellvertretendes Gebet. Wahrscheinlich gibt es in unserer Umgebung viele Menschen, die unser Gebet brauchen. Werden wir nicht müde, uns und auch unsere Mitmenschen Gott anzuempfehlen!


Wir feiern wieder ganz groß Ostern! Wir feiern das neue Leben. Jesus ist gestorben und wieder auferstanden. Jesus schenkt uns Anteil an seinem Leben, an seinem österlichen Leben. Er schenkt uns Erlösung. Jesus lädt uns ein, einen erlösten, einen österlichen Lebensstil einzuüben.


Österlich leben heißt für mich: in einer lebendigen Beziehung zu Gott leben, aus der Kraft des Gottesdienstes und der Bibel zu leben.


Österlich leben kann auch heißen: mich selber, ja meine Lebensgeschichte anzunehmen, mich mit Gott, mit den Mitmenschen und mit mir selber zu versöhnen, zerbrochene Beziehungen Gott hinzuhalten, damit er sie heilen kann.


Österlich leben heißt für mich: Bei allem Negativen das Positive in meinem Leben, im Mitmenschen, in der Welt zu sehen und sich daran zu freuen.


Österlich leben heißt aber auch auf unsere Mitmenschen erlösend zu wirken: ermutigend, tröstend, wertschätzend, aufbauend, dankbar und zärtlich.

 

Es ist jedes Jahr von Neuem faszinierend zu sehen, wenn im Frühling die Natur wieder zu blühen beginnt. Die wunderbaren Blüten, die Blumen, die blühenden Sträucher und Bäume sind ein schönes Bild dafür, dass Gott auch uns immer wieder neues Leben schenkt. Das feiern wir an Ostern, den Übergang vom Tod Jesu zur Auferstehung, die wunderbare Verwandlung vom Tod zum Leben, zum neuen Leben.

Mathis Fotografie

Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen gelingt, wie Lazarus aus den verschiedenen Gräbern herauszukommen! Ich wünsche Ihnen, dass Sie spüren dürfen, dass Ihr Leben, vor allem Ihr Herz wieder von Neuem zu blühen beginnt. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben ein

 

GESEGNETES OSTERFEST!

 

Ihr Generalvikar Hubert Lenz

Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 13/14 vom 2./9. April 2026. 

 

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Veröffentlicht am 01.04.2026
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