
Wie schon in den Evangelien der vorangegangenen Sonntage steht Jesus auch diesmal in einem spannungsreichen Disput mit Autoritäten in Jerusalem. Der biblische Bericht deutet hinterlistige Absichten hinter ihren Fragen an. Doch Jesus spricht sehr verständlich und korrekt mit jenen, die ihn auf die Probe stellen. So antwortet er auch beim heutigen Evangelium klar und offen.
Er erinnert seine Zeitgenossen daran, worum es im Leben eines religiösen Menschen geht, und spricht von den wichtigsten Geboten, der Gottes- und Nächstenliebe. Sie sind untrennbar miteinander verbunden und stammen
aus der jüdischen Bibel.
Gottes- und Nächstenliebe sind Wegweiser für unser tägliches Miteinander. Sie weisen in eine Richtung, die uns Toleranz zeigen lässt dem anderen gegenüber, der neben mir lebt und weilt, der auf meine Hilfe wartet, auch wenn er mir nicht zum Gesicht steht. Diese Haltung respektiert den anderen, so wie er ist. Ich brauche mir nur einen Spiegel vorhalten, dann weiß ich, wie ich mit meinen Mitmenschen umzugehen habe. Gott hat uns alle so wunderbar erschaffen, wir sind eingeladen, uns gegenseitig hochzuschätzen, voneinander zu lernen und nicht zu verurteilen.
Für Menschen, die das Glaubensleben infrage stellen oder ablehnen, kann das ein Anstoß sein, wieder neu einzusteigen in jene Welt, die Richtung und Sinn geben kann. Jesus verliert seine göttliche und menschliche Haltung nicht bei der Auseinandersetzung mit seinen Gegnern. Wie er mit ihnen spricht, kann auch für
uns motivierend und aufbauend sein.
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