
Sr. Anastasia Franz
Schon als Volksschüler faszinierten P. Abidon die Mariannhill Missionare in seiner Heimatpfarre. Sie begleiteten ihn schon früh auf seinem Berufungsweg. Die Erfahrung, dass Gott ihn auf einen besonderen Weg ruft, hat ihn berührt und getragen. Mit 16 Jahren vertraute er seinen Eltern seinen Wunsch an, Ordensmann zu werden. Sein Vater sagte: „Ja, es ist gut. Aber es ist schlimm, wenn man einen solchen Weg beginnt und wieder verlässt.“ Er ermutigte ihn, seine Entscheidung gründlich zu prüfen.
Nach der Schule begann der junge Mann sein Postulat in Sambia. Darauf folgte das Noviziat in einer internationalen Gruppe in Südafrika in der von Abt Franz Pfanner gegründeten Niederlassung, wo er 2001 die ersten Gelübde ablegte: „Ich erinnere mich mit großer Dankbarkeit an diesen besonderen Tag. Es war ein Moment der Freude, aber auch des Vertrauens und der bewussten Entscheidung, mein Leben Gott und der Gemeinschaft zu schenken“, berichtet der Ordensmann. Er war auch dankbar dafür, jetzt ein volles Mitglied der Gemeinschaft zu sein. Diese Freude hat er mitgenommen und sie bis heute bewahrt, denn mit seiner damaligen Entscheidung ist P. Abidon immer noch vollkommen zufrieden.
Er studierte Philosophie und Theologie in Lusaka, Sambia. Am 24. Mai 2008 wurde er zum Diakon und am 25. Mai 2009 zum Priester geweiht. Kurz darauf kam er für fast sieben Jahre als Pfarrer nach Mosambik. Dort war er auch für einige Monate Krankenhausseelsorger am St. Mary’s Hospital in Südafrika, bevor er das Amt des Regionaloberen der Missionare von Mariannhill in Sambia übernahm.
2021 folgte er seiner Berufung nach Europa: Als jemand gesucht wurde, erinnerte sich der Priester an die Worte seines Ordensgründers Abt Franz Pfanner: „Wenn keiner geht, dann gehe ich.“ So lernte er zuerst in der Schweiz an einer Sprachschule Deutsch, bevor es für ihn nach Vorarlberg in die Pfarreiarbeit ging.
Nun steht die Abreise zum nächsten Wirkungsort bevor: P. Abidon wird in Würzburg die jungen Ordensmänner auf dem Weg zum Priestertum begleiten. Der Pater, der sich in acht Sprachen verständigen kann und an vielen Orten gewirkt hat, hat die Erfahrung gewonnen: „Die Hauptsache ist, dass ich an jedem Ort zufrieden bin. Es ist schön, dass ich wirken kann und gesund bin.“ Er ist dankbar, dass er etwas von dem, was Gott ihm gegeben hat, weiterschenken kann.
Dem Priester ist es wichtig, die Hoffnung in schönen Momenten aber auch in schwierigen Situationen zu pflegen, was ihm bis heute sehr geholfen hat. Auch die Gemeinschaft und das Gebet helfen ihm, wenn es einmal nicht leicht ist. „Es ist mir wichtig, dass ich Zeit und Raum finde, um allein für mich zu beten, wenn es mir nicht gut geht. Denn dort werden mir Trost und Zufriedenheit geschenkt“, sagt er. Hervorzuheben ist auch die Feier der Eucharistie, die für P. Abidon Mittelpunkt und Quelle des geistlichen Lebens ist. Sie schenke ihm Kraft, Orientierung und die Nähe Christi für seinen täglichen Dienst.