
Karl Schiemer
Auf die Suche nach den Spuren des Hl. Paulus begaben sich die Teilnehmer:innen der KirchenBlatt-Reise nach Griechenland unter der Leitung von Pfarrer Erich Baldauf. Dieser war unser bibelfester, einfühlsamer und fürsorglicher Reisebegleiter. Er hielt Paulus auf eine sehr spannende, auch spirituelle Weise im Fokus. Reiseführerin Natascha Andronikou mit akademischer Ausbildung in Kunstgeschichte und Archäologie erwies sich als profunde und begeisterte Kennerin ihres Heimatlandes. Die organisatorische Verantwortung oblag dem Reisebüro Nachbaur.
Das dichte Programm führte nach Athen, Alt-Korinth, Mykene, Epidaurus, Nauplia, Sparta, Mystras und Olympia.
Tag 2: Beim Besuch der Athener Akropolis und des Akropolis-Museums waren Kunst, Architektur und die Demokratie zentrale Themen. Griechenland beklagt die „Raubkunst“: Sehr viel griechisches Kulturgut ist im Britischen Museum in London zu finden.
Zeuge der Vergangenheit
Tag 3: In Alt-Korinth war der Heidenmissionar Paulus in besonderer Weise präsent. Auszüge aus den Briefen an die Korinther vermittelten uns einen sehr plastischen Eindruck von der Beziehung des Apostels Paulus, wie dieser sich selbst benannte, zu seiner Gemeinde.
Mykene ist die imposante Ruine der Metropole einer Hochkultur aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend. Noch immer steht das Löwentor als Hauptzugang zur Burg. Die Lage der Stadt eröffnet einen atemberaubend weiten Blick bis zum Isthmus von Korinth. Eine Weinverkostung mit Essen schloss das Tagesprogramm ab.
Tag 4: Nach einem Spaziergang durch Nauplia überraschte uns die exzellente Akustik im Theater von Epidaurus, das 14.000 Besucher:innen Platz bietet. Das Rascheln eines Papierblattes war bis in die obersten Reihen hörbar. Natascha erläuterte das Zusammenwirken von Chor und Schauspieler(n) in Tragödien und Komödien der griechischen Klassik sowie die Aufführungspraxis bis hin zu einem unvergesslichen Auftritt von Maria Callas 1961 als Medea (Cherubini) in diesem Theater. as dem Gott Asklepios geweihte Epidaurus war zudem ein Zentrum der Heilkunst.
Tag 5: Als unspektakulär erwies sich die heutige Stadt Sparta, umso spektakulärer allerdings deren Geschichte und Rolle in der Antike: eine fast ausschließlich auf Wehrhaftigkeit ausgerichtete Gesellschaft mit erschreckend unmenschlichen Zügen. Die anschließende Besichtigung des mittlerweile unbewohnten Mystras, einer Bergfestung aus dem 13. Jahrhundert, nutzte Natascha in drei orthodoxen Kirchen zu einer sehr interessanten Einführung in die Welt der Orthodoxie – Architektur, Kunst, Religion und Riten.
Tag 6: Olympia, wo Natascha aufwuchs, brachte nicht nur mit höchstem Ansehen belohnte Sieger, sondern auch Zeiten des Friedens hervor. Viel Bausubstanz ging verloren, als Kaiser Theodosius 393 n. Chr. die Spiele als unchristlichen Zeus-Kult verbot und 426 nach einem Brand des Zeus-Tempels die Abtragung der Gebäude sogar belohnte. Überschwemmungen sowie ein Erdbeben im 6. Jahrhundert verursachten zusätzliche Zerstörung.
Tag 7: Schwimmen im Meer war im Hotel in Vrachati jeden Tag möglich, insbesondere aber am 7. Tag, welcher ganz der Erholung gewidmet war. Übrigens: Auch die Fußballfans mussten auf die Weltmeisterschaft nicht verzichten.
Auf eine Fortsetzung der Suche nach den Spuren des Paulus freuen wir uns schon!