
Kraft, Mut, Unterstützung. Der Heilige Geist ist wie unser Fürsprecher. Wenn uns die Stimme fehlt, tritt er für uns ein. Mir fehlt tatsächlich oft die Stimme, wenn es ums Beten geht. Schon seit längerer Zeit beschäftige ich mich damit und versuche, eine Form des Betens zu finden, die zu mir passt. Vielleicht kennen manche von Ihnen den Spruch: Wer singt, betet doppelt. Er hat mich durch meine ganze Volksschulzeit begleitet und ist mir auch später immer wieder begegnet. Zwar wurde er oft mit einem schiefen Lächeln zitiert, doch irgendwie hat er mich nie losgelassen.
Manchmal weiß ich nicht, wie ich auf die rechte Weise beten soll. Dann hilft es mir, gemeinsam mit anderen zu singen. Meine Gebetspraxis wird wohl noch länger eine Suche bleiben. Wie gut, dass mir dabei der Heilige Geist zur Seite steht und mir hilft, eine Stimme und ein offenes Ohr zu finden. Während ich also lauschend durch mein Glaubenslabyrinth gehe, versuche ich, Jesus durch mein Handeln und mein Sein nachzufolgen. Im heutigen Evangelium hat mich besonders das Gleichnis vom Sauerteig angesprochen. Seit eineinhalb Jahren habe auch ich mir einen „Gärbert“ angeschafft und bin seitdem begeisterte Hobbybäckerin. Was für ein schöner Gedanke, dass sich Gottes Wirken – zunächst verborgen – unaufhaltsam ausbreitet. So wie ein Sauerteig, der bereits eingeknetet wurde und unsichtbar seine Kraft entfaltet.
In der Lesung von letzter Woche seufzt die ganze Schöpfung. Auch wir Menschen seufzen. Und heute hören wir: Der Heilige Geist seufzt mit uns. Er nimmt sich unserer Schwachheit an und hält Verzweiflung und Sprachlosigkeit mit uns aus. Gleichzeitig stärkt er uns, damit wir trotz aller Widrigkeiten an der Liebe Gottes festhalten und immer wieder aufeinander zugehen.
Hannah Bilgeri ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn-Schoren.
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