
Nachdem der Diakon Stephanus gesteinigt worden war, war die judenchristliche Gemeinde einer ersten Verfolgungswelle ausgesetzt. Die „Jesus-Begeisterten“ mussten fliehen, aber sie versteckten sich nicht. So ging der Diakon Philippus in die Hauptstadt Samariens und erzählte den Menschen mit voller Begeisterung von Jesus. Philippus hat wohl sehr authentisch gewirkt, seine Worte wurden durch Heilungen und Wunder noch verstärkt.
Nun hörte die Gemeinde in Jerusalem davon und schickte Petrus und Johannes dort hin. Dies war wohl gleichsam die erste („Bischofs“-)Visitation.
Der erste Auftritt dieses Besuches ist getragen vom Gebet. Petrus und Johannes vertrauen diese Menschen, mit ihren Hoffnungen und ihrem Ansatz zum Handeln, Gott an und bitten um den Heiligen Geist.
Auch wenn sie vielleicht spüren, dass hier, bei aller Begeisterung noch irgendetwas fehlt, vielleicht auch manches schiefläuft, beginnen sie nicht mit Rat-Schlägen und Beurteilungen. Ihr Vertrauen ist auf die Wirkung Gottes in der Gestalt des Heiligen Geistes ausgerichtet. Die Führungs- und Leitungsfunktion der Apostel ist getragen vom Gebet und dem Vertrauen auf den Heiligen Geist. Dies ist die Basis dafür, dass dann vielleicht auch Auswüchse und Fehlentwicklungen in der gerade entstehenden Gemeinde gesehen und angesprochen werden.
Das Gebet an erster Stelle – eine heilsame Vorgangsweise, neue Ideen und Entwicklungen nicht sofort mit der Wissens-, Traditions- und Erfahrungsbrille zu bewerten.
Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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