
Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem. Mit Festpilgern und einer großen Menschenmenge wurde Jesus mit dem Jubel- und Segensruf „Hosanna“ begrüßt, ein Lobgesang, der daran erinnern, dass Gott in Jesus sein Volk besucht und mit ihm der lang ersehnte Messias angekommen ist. Das Evangelium macht deutlich, wie Jesus sein messianisches Königtum versteht: Für seinen königlichen Einzug wählt er einen Esel, ausgeborgt und nicht besitzend, Sinnbild für sich selbst: nicht Herrschaft, sondern Dienst an den Menschen, das ist die Botschaft. Der Esel als Reittier der armen Leute ist das Tier des Friedens – ungeeignet im Krieg. Mit dieser Geste der Gewaltlosigkeit bezieht Jesus Position und solidarisiert sich mit all jenen Menschen, die arm, entrechtet und unterdrückt werden. Wirkungsvoll wird spürbar, dass mit Jesus eine neue Welt beginnt.
Der Jubel der Menschen war groß: Jesus, ein besonderer Mensch, wird begrüßt und als König des Friedens verehrt. Doch jede euphorische Begeisterung kann kippen; der Jubel beim Einzug ändert sich in der Passion zum Ruf: „Ans Kreuz mit ihm!“
Die Palmbuschen mit ihren bunten Bändern am Palmsonntag bedeuten Lebendigkeit und sind Zeichen der Zuversicht: Die Friedensbotschaft Jesu soll unsere Herzen erreichen, soll von uns gelebt werden. Hoffnung und Jubel dürfen uns trotz aller Krisen der Welt begleiten, denn Gottes Zusage gilt: Jesus wird den Tod überwinden, denn Gott rettet und schenkt Leben.
Was kann ich für ein friedliches Zusammenleben beitragen? Welcher Stimme bzw. (politischen) Botschaft schenke ich Gehör und setze darauf mein Vertrauen?
Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre Traunerland in der Diözese Linz.
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