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Lone wolf running in autumn forest Czech Republic
photo.sebek@gmail.com, SEBEK / Lone wolf running in autumn forest Czech Republic
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Man wird doch noch träumen dürfen ...

Teil 4 der Fastenserie mit Christine Haiden: Die Welt ist, so scheint es, kein Ort der Friedfertigkeit. Dennoch ist 
die Vorstellung lebendig, dass nur Sanftmut uns retten kann.

Mahatma Gandhi war ein Held unserer Jugend. Wir haben ihn verehrt. Endlich einer, der die Welt anders als in der gewohnten Logik verändert! Der keine Waffen braucht und kein Militär, der barfuß und nur mit einem Tuch bekleidet, überzeugt. Es war eine schöne Geschichte. Sie schuf eine idealisierte Vorstellung, wie wir auch selbst werden könnten oder besser gesagt werden wollten. Über die Hintergründe seiner Gewaltlosigkeit, seiner Sanftmut wussten wir wenig. Wären wir bereit gewesen, seinen Weg der Askese, der Moral und der Gewaltlosigkeit zu gehen? Die Idee, ein Leben wie Gandhi zu führen, war aber schnell wieder vergessen, als das Leben Fahrt aufnahm. Wir stiegen in die Arena von „etwas Werden“, „etwas Sein“ und „sich Durchsetzen“ ein. Die Friedenszeiten machten es uns leicht. Gewaltfreiheit und Sanftmut wurden etwas für die Stunden der Vertrautheit, der Liebe, des entspannten Miteinanders im intimen Kreis.

 

Wie soll der Wolf beim Lamm wohnen

Wir leben, so heißt es, in einer kompetitiven Welt. Es geht um Wettbewerb, es geht darum, sich schneller, besser, mit mehr Gewinn durchzusetzen. Wer nicht zimperlich ist, wer andere für sich zu nützen versteht, wer klare Machtworte spricht und sich nicht von Einzelschicksalen anrühren lässt, hat Vorteile. Er kann Macht sichern, Einfluss erlangen, seine Konten füllen. Das verspricht Unabhängigkeit. Sie soll die Angst befrieden, die sich in den dunklen Falten der Seele eingenistet hat: Man kann den anderen nicht vertrauen, denn der Mensch ist dem Menschen Wolf. Ein Blick in die Menschheitsgeschichte genügt. Kriege, wohin man schaut. Das nährt die Überzeugung: Nur die Fittesten kommen durch. Wie abwegig erscheint es, wenn in der Bibel bei Jesaja als Verheißung des Reiches Gottes zu lesen ist: „Der Wolf wird beim Lamm wohnen.“ Die Skeptiker haben ihre Einwände parat: So etwas können sich nur Religionen ausdenken, das sind Märchen für Erwachsene, Idyllen für Romantiker:innen. Wo, bitte, hätte es das je schon gegeben?

 

Erpresserische Sanftmut

Die meisten von uns werden sich selbst gerne als sanftmütig und nachsichtig, freundlich und friedfertig sehen. Aber nur, wenn es leicht geht, wenn es nichts kostet, wenn man damit vielleicht sogar Eindruck schinden kann. Manche Menschen werden aus diesem Grund falsch sanft. Sie tun nur so als ob. Beispielsweise versuchen sie, ihre Dominanz mit ganz leiser Stimme und moralischer Überlegenheit zu kaschieren. „Wenn du so bist, wird die Mama ganz traurig.“ Sie hat nicht geschlagen, obwohl ihr vielleicht der Sinn danach war, sie hat ihr Kind nur mit ihren Gefühlen erpresst. Solches Verhalten gleicht dem des berüchtigten Wolfes im Schafpelz. Es ist unredlich. Die vermeintliche Sanftmut macht es so schwer, aufzudecken, dass dahinter eine starke manipulative Kraft genau das zu erreichen sucht, was sie vorgibt, dem anderen als freiwillige Reaktion zu überlassen.

 

Sanftmut ist kein Schutzschild

Im Feld der religiös gestimmten Menschen gibt es viele, die sich vorgenommen haben, zu den Friedfertigen zu gehören. Die Verheißung der Bergpredigt ist attraktiv: „Selig die Sanftmütigen, sie werden das Land erben“. Wer ein guter Christ ist, hat Nachsicht und Freundlichkeit aufgetragen bekommen. Aber spürt man sie deswegen auch? Hilft allein der Wille, daran zu glauben? Oder übertüncht man damit nur das wilde Brodeln der Gefühle im Untergrund? Sanftmut kann man sich einreden. Man kann sie wie einen Schild vor sich hertragen, der Aggression abwehren soll. Dagegen ist empfundene Sanftmut größtmögliche Verletzlichkeit. Sie gelingt nur jenseits aller Protzereien, jenseits jeder Selbstverteidigung und aller Ängste.

 

Echter Frieden mit sich selbst

Sanftmütige müssen sich trauen, sich selbst gut zu kennen. Sie wissen, dass Wolf und Lamm in jedem von uns wohnen. Das Aggressive und das Sanfte sind Teil unserer Person. Die Ängste, die sich mit unserer Existenz verbinden, können mit beiden Anteilen angegangen werden. Mit der Aggression sucht man sie im Außen abzuwehren, mit der Sanftmut befriedet man sie in sich selbst. Manchmal muss man auch durch die Aggression durchgehen, um zur Sanftmut zu kommen. Ganz wenige Menschen, denken wir beispielsweise an den seligen Franz Jägerstätter, gehen den Weg der Sanftmut bis zur letzten Konsequenz. An ihm prallte die Gewalt ab, auch wenn sie ihm das Leben gekostet hat. Wie stark muss er sein Inneres gekannt und mit sich gerungen haben. Auch Mahatma Gandhi wurde ermordet. War also seine Sanftmut am Ende doch eine Illusion, für die er einen hohen Preis bezahlt hat?

 

Sanft ist Mutig

Sanftmütigkeit ist grammatikalisch feminin, weiblich. Das Sanfte, Weiche, Verständnisvolle ist aber nicht an ein Geschlecht gebunden. Um sanft zu sein, braucht es Mut, das Wilde anzuschauen, damit es das Milde werden kann. Der Mut der Sanften ist kein Heldenmut, er ist von der Überwindung vieler Zweifel und auch von Verzweiflung genährt. Sanftmut, so sie dann spürbar wird, ist Risiko. Sie wird durch die Aggression anderer herausgefordert oder provoziert sie sogar. Das kann heißen, unangenehme, sogar lebensbedrohliche Konsequenzen ertragen zu müssen. Sanftmut ist keine moralische Überlegenheit. Wer um die eigenen Abgründe weiß, wird mit denen anderer vielleicht mehr Nachsicht haben. Ob das Kriege verhindern kann? Zumindest können Wolf und Lamm lernen, sich anzufreunden. Eine Menschheit, die sich mit Gewalt abfindet, mag man sich nicht vorstellen. Wir wissen, dass mehr in uns ist als die Angst. Wir kennen auch den Mut der Sanftheit – zumindest solange wir ihn uns wünschen.

 

Alltagstipp

„Das Sanfte, Weiche, Verständnisvolle ist nicht an ein Geschlecht gebunden. Um sanft zu sein, braucht es Mut, das Wilde anzuschauen, damit es das Milde werden kann. Der Mut der Sanften 
ist kein Heldenmut, er ist von der Überwindung vieler Zweifel und auch von Verzweiflung genährt. Sanftmut, so sie dann spürbar wird, ist Risiko.“

 

Alexandra Grill
Fastenserie mit Christine Haiden

Tugenden der Friedfertigkeit

Friede beginnt mit einer inneren Haltung. Gegen die Kultur des Rechthabenwollens hilft eine Kultur der Friedfertigkeit. Die Tugenden, die Christine Haiden in der Fastenzeit in sieben Artikeln vorstellt, sind: Sanftmut, Geduld, Disziplin, Verzeihen, Güte, Humor, Zärtlichkeit.

 

Teil 1: Lass dir nicht alles durchgehen

 

Teil 2: Warum geht denn das nicht schneller

 

Teil 3: Verzeihen befreit

Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 10 vom 12. März 2026. 

 

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Veröffentlicht am 25.02.2026
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Sabine Christ ist Heilpraktikerin, Kräuterexpertin, Imkerin und zudem leidenschaftliche Köchin.

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