
Hoffnung und Vertrauen. Bedeutungsschwangere Worte, die ein entscheidender Teil unseres Glaubens sein können und mich doch immer wieder vor große Herausforderungen stellen. In der zweiten Lesung wird Abraham hervorgehoben. Abraham als Vater vieler Völker, der trotz allem an Gott und ihrer Zusage festgehalten hat. Dagegen komme ich mir vor wie eines der Wölkchen aus der ersten Lesung.
Im Zusammenhang mit den anderen Schrifttexten werden der Glaube, das Vertrauen und das Mitwirken an Gottes Liebe für alle hervorgehoben. Gott will Barmherzigkeit und keine Opfer. Was für mich eine wunderschöne Botschaft enthält, stellt mich gleichzeitig vor eine gewisse Ohnmacht. Ich bin mir nicht immer sicher in meinem Glauben. Der Zweifel und die Suche sind ein fester Teil davon. Immer wieder frage ich mich, was ich noch tun kann, was ich versuchen kann, um Gott näher zu kommen. Wo stehe ich überhaupt in diesem Glaubenslabyrinth? Eine mögliche Antwort, die ernüchternd und erleichternd zugleich ist, lautet für mich: Das kannst du gar nicht wissen und das ist in Ordnung.
Durch Opfer, Werke und das Einhalten von festgeschriebenen Gesetzen könnte ich mich hervorragend selbst richten und Recht sprechen. Ich könnte für mich Heil einfordern, weil ich alle Vorlagen erfüllt und alle Regeln befolgt habe. Könnte mit dem Zeigefinger auf andere deuten und meine Hände in Unschuld hochhalten. Doch ich kann weder mich noch andere richten und da muss ich wirklich sagen: Gott sei Dank!
Abraham weist uns einen Weg, der nicht von Vorschriften und To-Does gepflastert, sondern von einem tiefen Glauben geprägt ist, der sich im alltäglichen Leben mit der Welt und den Menschen zeigt.
Hannah Bilgeri ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn-Schoren.
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