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Zwischen Studium, Feuerwehr und Kirche

Seit dem 24. April ist Mia Mathis die dritte Vorsitzende des vierköpfigen Leitungsteams der Katholischen Jugend und Jungschar Vorarlberg. Sie leistet Aktivdienst in der freiwilligen Feuerwehr Hohenems und studiert Radiotechnologie an der FH Gesundheit Innsbruck.

Von Sr. M. Anastasia Franz

 

Die 19-jährige Mia Mathis ist eine der leitenden Personen der Ministrantengruppe in ihrer Heimatpfarrei St. Karl, denn mit 15 wurde sie Jugendleiterin. In lebendiger Erinnerung ist ihr die österliche Gruppenstunde. Für den Abschied des Pfarrers bastelten die Kinder, schrieben Gebete und persönliche Abschiedsworte. Danach wurde es abenteuerlich: Die Leiterinnen versteckten 300 kleine Ostereier im Pfarrheim. Wer das goldene Ei gefunden hatte und wer am wenigsten Eier ergattert hatte, gewann einen Schokohasen. Im Winter steht Eislaufen auf dem Programm, manchmal wird Quiz gespielt. „Bei dieser Gelegenheit können auch die Kenntnisse über den Ministrantendienst wiederholt werden“, beschreibt Mathis. Manchmal gibt es auch inhaltliche Stunden, zum Beispiel zum Fasten. Dabei wird den Kindern der Sinn des Fastens erklärt. „Dazu haben wir eine Fastensuppe gekocht. Das ist nicht das Lieblingsessen der Kinder, aber es hat sie interessiert und war schließlich doch sehr cool“, berichtet die Gruppenleiterin.

 

Regelmäßig am Altar

Mia Mathis ministriert seit ihrem 8. Lebensjahr und genießt es, in den Gottesdiensten abzuschalten, wenn es zuhause turbulent ist: „Dann gehe ich gern in die Kirche, denn es ist gemütlich, einfach drinnen zu sitzen. Es ist schön, wenn man singt. Kirche ist wirklich etwas Schönes, Meditatives“, erzählt sie. Fasziniert ist die Hohenemserin von der Kraft, die Gott auf Menschen haben kann. Und: „Ich bin gerne jemand, der den Glauben näher bringt.“
Die Kirche erlebt sie als große Gemeinschaft und glaubt an ihre Werte: „Diese sind so wichtig. Der Glaube ist ein cooler Weg, um Kindern und Erwachsenen diese Werte beizubringen“, findet die Studentin.

Ich bin gerne jemand, der den Glauben näher bringt.
Mia Mathis

Eine Stimme für die Frauen

Zunächst zögerte sie, im Vorsitz der Katholischen Jugend und Jungschar mitzuarbeiten, da sie bereits stark eingespannt ist. Schließlich ließ sie sich aber doch überzeugen, da eine Frau im Vorsitz fehlte: „Ich kann nicht als Mini-Feministin an der Jahreshauptversammlung teilnehmen und dazu Nein sagen“, dachte sie und sagte schließlich doch zu. Denn eines steht für die energiegeladene Jugendleiterin  fest: Sie möchte auch verändern, was in der Kirche ihrer Meinung nach nicht gut läuft. Großes Entwicklungspotential sieht Mia Mathis beispielsweise beim Gewaltschutzkonzept, das in jeder einzelnen Pfarre Vorarlbergs umgesetzt werden müsse. Ein Herzensanliegen ist ihr die Rolle der Frauen in der Kirche: In der Katholischen Jugend  und Jungschar könnte es eine weibliche Seelsorgeperson geben, doch: Welches Profil sollte sie haben? Darüber macht sie sich intensive Gedanken.

 

Adrenalinkick beim Leben retten

Das Ministrieren und die Jungschar sind aber nicht ihre einzigen Hobbys. Nach dem Schnuppern bei der Feuerwehr blieb die damals Zwölfjährige bei der Jugendfeuerwehr und wechselte im Alter von 16 Jahren in den Aktivstand. Bei den Einsätzen erlebt sie jeweils einen Adrenalinkick und handelt zugleich verantwortungsvoll, wenn es darum geht, Gutes zu tun, Menschen zu helfen und Leben zu retten.


Andere junge Menschen möchte Mia Mathis dazu ermutigen, für eine Aufgabe offen zu sein und spontan zuzusagen, auch wenn noch unklar ist, was sie mit sich bringt. 

Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 22  vom 4. Juni 2026. 

 

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Veröffentlicht am 03.06.2026
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