Salz ist lebensnotwendig. Wir Christen sind also lebenswichtig für die Welt. Eine heillose Selbstüberschätzung und Selbstüberforderung? Elitär oder gar überheblich? Nein.
Salz hat beispielsweise die Kraft, Leben zu erhalten. An heißen Sommertagen ist es wichtig, dass der Körper genügend Salz erhält. Wie können Glaube, Hoffnung und Liebe wie Salz sein, damit wir und andere leben können?
Salz bringt (vor allem jetzt im Winter) sogar Eis zum Schmelzen. Wie können wir als Salz das „Eis“ zwischen Menschen auflösen, aufbrechen?
Salz verleiht guten Geschmack und Würze, es macht Speisen schmackhaft. Eine Suppe ohne Salz schmeckt fad. Sind wir die Würze für diese Welt? „Und was wird erst geschehen, wenn immer mehr Menschen auf den Geschmack kommen, wirklich mit Jesus zu leben?“, fragte Kardinal Walter Kasper in einer seiner Predigten.
Salz ist auch Geschmacksverstärker: Wie können wir Salz sein, damit diese Welt nicht ungenießbar wird, weil sie den Geschmack an Gott verloren hat?
Salz trägt auch – wer kennt dies nicht vom Toten Meer im Heiligen Land? Salzwasser trägt besser als Süßwasser. Sind wir für andere „wie ein tragender Grund, vor allem für die, die unterzugehen drohen?“, so Walter Kasper.
Salz kann man nicht in großen Mengen genießen, es genügt eine kleine Prise. Nicht die Quantität, die Qualität entscheidet. Wie können wir diese Prise Salz sein, die allen einfach guttut?
Stefan Kronthaler ist Redakteur der Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“. sonntag@koopredaktion.at


