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KKV/Petra Baur
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Kloster auf Zeit

Das Zisterzienserkloster Mehrerau ist ein lebendiges Kloster. Die benediktinische Gastfreundschaft wird in Bregenz aktiv gelebt. Davon konnte sich KirchenBlatt-
Mitarbeiterin Petra Baur im Rahmen einer kurzen Klosterauszeit überzeugen.

von  Petra Baur

 

Es hat frühsommerliche Temperaturen. Auf dem Weg zur Pforte überholen mich Radfahrer in sommerlichen Outfits. Es riecht nach Sonnencreme und in der Ferne sind Geräuschfetzen vom benachbarten Frühlingsfest zu hören. Der Weg zur Pforte ist kurz und heiß. Dann plötzlich Stille. Die dicken Klostermauern lassen die Geräusche verstummen. Auch die Hitze bleibt draußen. Die Stille tut gut. Abt Vincent Wohlwend und Pater Prior Henrik heißen mich freundlich willkommen. Der Weg zu den fünf neu renovierten Gästezimmern führt vorbei an beeindruckenden Gemälden und antiken Möbel. Insgesamt 17 Gästezimmer bieten aktuell Unterkunft und Gastfreundschaft an einem ganz besonderen Ort.

 

Stilvoller Rückzug

Mein Zimmer ist wunderschön. Es riecht noch nach Farbe. Die Renovierungsarbeiten sind gerade erst abgeschlossen und ich habe das Glück, als erste das schöne Zimmer zu beziehen. Die massiven Holzmöbel, gefertigt in der eigenen Schreinerei, sorgen für einladende Gemütlichkeit. Die Schlichtheit gefällt mir. Nichts lenkt ab. Es ist alles da, was man braucht. Auch der Blick in den Klostergarten beruhigt. In der Ferne sieht man den Mehrerauerwald der ganz Bregenz mit Trinkwasser versorgt.

 

Abendgebet in Latein

Vor dem Abendessen findet die Vesper, gemeinsam mit den Mönchen, in der Mehrerauerkirche statt. Das liturgische Abendgebet wird in Latein gebetet. Die sehr stimmig renovierte und durch ihre Schlichtheit bestechende Klosterkirche macht es mir leicht, mich auf das beten und den inneren Dialog mit Gott zu konzentrieren.

Das Abendessen im Refektorium wird dann im Schweigen eingenommen. Bei Kartoffelpüree, Würstchen und Salat ist jedoch eine Stimme ständig zu hören. Pater Maurus, der von der Kanzel während der gesamten Mahlzeit Texte vorliest. Diesmal: Ansichten von Gerda Schaffelhofer aus dem Buch „Werft die Fesseln ab“. Denn die „Hauptmahlzeit“ ist das Wort, erklärt mir Pater Maurus später bei unserem Abendgespräch mit ihm und Abt Vincent Wohlwend. Es ist schön, dass sich beide noch Zeit für ein Gespräch nehmen. Und so entsteht auch schnell ein lebhafter Austausch von Kant bis hin zu den großen Fragen, die sich Kirche im Umgang mit Religion und Religiosität zu stellen hat.

Nach einer relativ ruhigen Nacht, nur die Kirchturmglocke hat regelmäßig an die Zeit erinnert, kann am nächsten Morgen bei einem stärkenden Frühstück die Stille und das schöne Ambiente nochmals so richtig bewusst wahrgenommen werden. Ein würdiger Abschluss ist die Klosterführung mit Pater Maurus. Der aus Deutschland stammende Pater lebt bereits seit über zehn Jahren im Kloster Mehrerau. Der 30-Jährige mit den vielen Talenten ist der jüngste Mönch der Ordensgemeinschaft. Unter anderem studiert Pater Maurus Orgelmusik in St. Gallen. Seine Begeisterung für das Kloster ist im Rahmen der ausgiebigen und immer wieder auch zum Lachen anregenden Klosterführung spürbar. Besonders beeindruckend ist die 1780 entstandene Bibliothek mit den knapp 200.000 Büchern. Alle zwei Jahre finden in dem geschichtsträchtigen Ambiente Ausstellungen statt.

 

Meine kurze Klosterauszeit endet dann schon vor dem Mittagessen. Mein Rucksack ist jedoch gefüllt mit vielen schönen Eindrücken und Begegnungen. Eines ist für mich ganz klar. Ich möchte unbedingt wiederkommen. Länger bleiben. Es ist für mich heilsam und gut, spirituelle Inseln zu besuchen.

 


Das Kloster Mehrerau verfügt über 17 Gästezimmer sowie Räumlichkeiten für Seminare und Tagungen.

Anfragen und Buchungen: T 05574 71461-59 bzw. E kloster@mehrerau.at

Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 29  vom 23. Juli 2026. 

 

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Von Cornelia Engler
Veröffentlicht am 21.07.2026
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