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Bischof Benno Elbs erläutert das neue Angebot der Erwachsenentaufe.
L. Breuer/KKV / Bischof Benno Elbs erläutert das neue Angebot der Erwachsenentaufe.
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Neue Beziehung zu Gott

Mit einem neuen Angebot zur Erwachsenentaufe möchte die Diözese Feldkirch ab Herbst Menschen auf ihrem Glaubensweg begleiten. Bischof Benno Elbs spricht im Interview darüber, was Menschen bewegt, diesen Schritt zu gehen.

aus der Redaktion

 

Immer mehr Erwachsene entscheiden sich bewusst für den christlichen Glauben und lassen sich taufen. Im Interview spricht Bischof Benno Elbs über überraschende Glaubenswege, die Bedeutung persönlicher Begegnungen und darüber, wie die Kirche Menschen auf ihrer Suche nach Gott unterstützen kann.

 

Bischof Benno Elbs, in Vorarlberg gibt es ab Herbst 2026 ein neues Angebot für Erwachsene, die sich taufen lassen möchten. Warum ist das Thema der Erwachsenentaufe ausgerechnet jetzt so aktuell für Sie?
Bischof Benno Elbs: In Frankreich und anderen europäischen Ländern erlebt die Kirche derzeit einen starken Anstieg bei den Erwachsenentaufen. Allein in der Osternacht des vergangenen Jahres empfingen mehr als 20.000 Erwachsene in Frankreich das Sakrament der Taufe. Vor kurzem habe ich mit einigen französischen Bischöfen über diese Entwicklung gesprochen. Auch sie selbst sind von diesem Phänomen überrascht. Schließlich ist der starke Anstieg der Erwachsenentaufen nicht das Ergebnis einer gezielten pastoralen Strategie oder eines besonderen Programms. Auch in Vorarlberg gibt es zunehmend Anfragen von Erwachsenen, die sich taufen lassen möchten. Und auch österreichweit zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend: Nach 208 Erwachsenentaufen im Jahr 2023 und 255 im Jahr 2024 waren es im vergangenen Jahr bereits mehr als 300.

 

Was bewegt einen erwachsenen Menschen heute überhaupt dazu, Christin bzw. Christ zu werden und sich taufen zu lassen?
Elbs: In Gesprächen mit Neugetauften, meist sind es eher junge Erwachsene, merke ich immer wieder, dass am Anfang oft eine ganz persönliche und intensive Gottesbegegnung steht. Was zunächst vielleicht mit Neugier auf etwas Unbekanntes beginnt, entwickelt sich mit der Zeit zu einer tiefen und oftmals ungeplanten Beziehung zu Gott. Dabei spielen natürlich auch Glaubenszeuginnen und Glaubenszeugen in ähnlichen Lebenssituationen eine wichtige Rolle. Ich glaube, es stimmt, wenn man sagt, dass Vorarlbergerinnen und Vorarlberger nicht gerne über ihren persönlichen Glauben sprechen. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass in den vergangenen Jahren besonders junge Menschen offener und mutiger geworden sind, über den eigenen Glauben und die eigenen Erfahrungen mit Gott zu sprechen. Und genau dieses persönliche und glaubwürdige Zeugnis ist vielleicht die beste „Werbung“ für den Glauben und letztlich auch für die Taufe.

 

Der Glaube ist nicht mehr selbstverständlich. Aber dort, wo Menschen sich für ihn entscheiden, geschieht es aus einer persönlichen Suche und Überzeugung.
Bischof Benno Elbs

 

Gleichzeitig werden in Österreich immer weniger Kinder getauft. Wie passt dieser Rückgang zu einem wachsenden Interesse an der Erwachsenentaufe zusammen?
Elbs: Das stimmt natürlich. Wir erleben in Österreich seit Jahren einen deutlichen Rückgang bei den Kindertaufen. Vor rund 30 Jahren wurden noch fast doppelt so viele Kinder getauft wie heute. Gleichzeitig dürfen wir die steigenden Zahlen bei den Erwachsenentaufen auch nicht überstrapazieren. Sie können den allgemeinen Trend der Säkularisierung nicht einfach umkehren. Der Theologe Marco Gallo bringt es auf den Punkt: „Die vergleichsweise hohe Zahl von Erwachsenentaufen und -firmungen widerlegt die Säkularisierung nicht, sie bestätigt sie.“ Gerade weil der christliche Glaube heute nicht mehr selbstverständlich von einer Generation an die nächste weitergegeben wird, wird die Entscheidung für den Glauben zunehmend zu einer persönlichen Entscheidung. Und genau darin liegt, glaube ich, auch die Chance: Der Glaube ist nicht mehr selbstverständlich. Aber dort, wo Menschen sich für ihn entscheiden, geschieht es aus einer persönlichen Suche und Überzeugung. Der Glaube wird dann zu einer Quelle für ein sinnvolles und glückliches Leben.

 

Was wünschen Sie sich von unseren Pfarren und von den ehrenamtlich Engagierten im Umgang mit Menschen, die sich als Erwachsene für die Taufe interessieren?
Elbs: „Am Ende der Suche und der Frage nach Gott steht keine Antwort, sondern eine Umarmung.“ Dieses schöne Zitat von Dorothee Sölle beschreibt für mich sehr gut die Haltung, die wir als Christinnen und Christen einnehmen sollten. Am Anfang steht die Gastfreundschaft. Menschen, die sich für den Glauben interessieren, sollen spüren: Du bist willkommen, mit deinen Fragen, deinen Zweifeln, deiner Geschichte und deinem Suchen. Und dann glaube ich, dass wir in den persönlichen Begegnungen den Mut haben sollen zu sagen: „Ich glaube an Christus und ich kann dir auch sagen, warum.“

 

Was erwarten Sie sich vom neuen Angebot der Erwachsenentaufe?
Elbs: Mir ist es wichtig, dass Menschen, die sich für den Glauben und ein Leben als Christin oder Christ entscheiden, auf diesem Weg nicht allein bleiben. Sie sollen mit anderen Menschen in Kontakt kommen, die ähnliche Fragen haben und sich ebenfalls auf die Suche nach Gott machen.

 

Erwachsenentaufe

Die Diözese startet im Herbst 2026 ein neues Projekt für die Erwachsenentaufe. Ziel ist es, die Vorbereitung erwachsener Taufbewerberinnen und Taufbewerber zu stärken und zugleich die Pfarrgemeinden bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Ab dem 11. November trifft sich die Vorbereitungsgruppe regelmäßig
in St. Arbogast.

 

Mehr auf:

www.kath-kirche-vorarlberg.at/erwachsenentaufe

KKV

Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 41 vom 5. November 2026.

 

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Veröffentlicht am 04.11.2026
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