
Die beschriebene Szene spielt sich am Pfingsttag ab. Erfüllt vom Heiligen Geist, beginnt Petrus zu den Menschen zu reden. Er versucht, die Menschen persönlich anzusprechen und in ihrer Lebenssituation abzuholen. Er möchte ihnen Jesus und seine frohe Botschaft näherbringen,
dabei aber ihre Glaubensgeschichte mit berücksichtigen.
Denn für die Zuhörer von Petrus ist Jesus zunächst nur ein von den Römern gekreuzigter Verbrecher. Petrus will sie aber überzeugen, dass Jesus der von ihnen erwartete Messias ist, der den Tod überwunden hat und auferstanden ist. Eine wohl nicht ganz leichte Predigtaufgabe.
Da er es mit wahrscheinlich gläubigen Juden zu tun hat, kann und muss er in seinen Argumenten auf die ihnen bekannten Texte aus der Tora, die wir heute im Alten Testament finden, zurückgreifen.
Petrus zitiert die Freude und Hoffnung des David auf die Auferstehung im Psalm 16. Er verweist auf den Propheten in seiner Weissagung, dass einer seiner Nachkommen auf Gottes Thron sitzen wird, und verweist dann auf das Ostergeheimnis: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.“ Petrus konnte die Menschen begeistern und überzeugen, da er selber überzeugt war. Und er versuchte, die Gedanken und Vorstellungen der Menschen in seine Predigt einzubauen, indem er den konkreten Glauben der Menschen mit den vorhandenen Traditionen und Riten kannte und berücksichtigte. Dadurch fühlten sich die Menschen ernst genommen. Obwohl die Sprachen unterschiedlich waren, haben sie ihn verstanden, er hat sie mit ihrer persönlichen Geschichte dort abholen
können, wo sie sich befanden.
Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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