
Vielleicht kennen Sie folgende Situation: Der Urlaub naht, Koffer werden gepackt, das Auto wird beladen. Jede:r Mitreisende packt ein, was für notwendig erachtet wird. Doch meist ist das mehr, als gebraucht wird. Und man merkt, dass nicht alles Platz hat. Also muss Unnötiges wieder ausgeräumt werden.
Oft geht es uns mit unserem Leben ähnlich. Wir beladen uns und stopfen uns voll: mit täglichen Anforderungen, die an uns gestellt werden; es gibt viele Verpflichtungen, denen wir gerecht werden müssen, unser Terminkalender ist voll mit Freizeitaktivitäten und ehrenamtlichem Engagement. Wo aber finden wir diese nicht verplanten Zeiten, Freiräume, in denen wir uns daran erinnern, dass unser Leben ein Geschenk Gottes ist?
Die Schriftlesungen machen deutlich: „Wer an mich glaubt, wird leben“; durch Gottes Geist werden wir lebendig. Jesus setzt mit der Heilung des Lazarus ein Zeichen, das uns bestärken soll: Wenn wir vertrauen und uns einlassen auf den Weg mit Gott, dann haben wir als Glaubende bereits jetzt Anteil an einem Leben nach dem Tod.
Nicht unsere Ich-Bezogenheit, sondern der Blick auf meine Nächsten, auf Schwache
und Leidende ist gefragt; Teilen, Schöpfungsverantwortung, Engagement für Frieden und Gerechtigkeit, das sind die Inhalte der Botschaft Jesu! Unser Zeitgeist gibt anderes vor; es braucht Mut und Entschlossenheit, Offenheit und innere Freiräume, um Gottes Geist erspüren zu können. Die Fastenzeit lädt ein, Ballast abzulegen und uns neu auf Gott hin auszurichten.
Was engt ein und hindert mich am Leben? Wo/wie kann ich mich engagieren, damit sich Leben entfalten kann?
Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre Traunerland in der Diözese Linz. Kontakt: sonntag@koopredaktion.at


