
Der vierte Fastensonntag trägt den Namen „Laetare“, das heißt übersetzt „Freue dich“. Die Mitte der Fastenzeit ist nun überschritten und das Osterfest rückt näher. Auch die Schriftlesungen an diesem Sonntag ermutigen uns, den Blick nach vorne zu richten. Das Johannesevangelium erzählt von der Heilung eines blinden Mannes; danach folgt nicht, wie zu vermuten wäre, allgemeine Bewunderung für den Heiler oder Gratulationen an den Sehenden; nein, es folgen Diskussionen und Fragen über den Heilungsakt, bis schließlich der Blinde selbst erklärt, wie er durch Jesus geheilt wurde. In dieser Heilungsgeschichte geht es weniger um eine Einzelhandlung, sondern um mehr: der blind geborene Mann kann sehen, Jesus hat ihm die Augen geöffnet und er erkennt, dass Jesus ein Prophet ist.
Diese Erzählung macht deutlich: Jesus bringt Licht in unser Leben und verändert unseren Alltag – ein Neuanfang wird möglich; nicht nur dem Blinden, sondern allen Menschen sollen die Augen geöffnet werden. Mehr noch: es gilt die Fähigkeit zu erwerben, mit dem Herzen sehen zu lernen. Denn so beurteile ich schwierige Situationen anders, ein Perspektivenwechsel wird möglich: beispielsweise im respektvollen Umgang mit meinen Mitmenschen oder in unseren Pfarrgemeinden; oder im Erkennen von Ungerechtigkeiten und der Benachteiligung von Menschen in meinem gesellschaftlichen Umfeld. Laetare – Freue dich, so das Motto am heutigen Sonntag, denn die Begegnung mit Jesus macht unser Leben hell!
Wer/was macht mein Leben hell? Wann werde ich selbst Licht für andere Menschen und in meinem Lebensumfeld?
Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz. Kontakt: sonntag@koopredaktion.at


