
Was Paulus in der zweiten Lesung hervorhebt, ist die Frohbotschaft unseres Glaubens. Jesus stirbt für „Gottlose“. Er gibt sein Leben hin für uns Menschen und reicht uns gleichzeitig seine Hand. Bevor wir uns sicher sind, bevor wir vertrauend einen Schritt auf Jesus zu machen, hat er uns schon die Hand gereicht. Auch in anderen Bibelstellen hören wir immer wieder davon, wie Jesus zuerst ein Beziehungsangebot macht, sich zu Menschen einlädt, das Brot teilt und Aufmerksamkeit schenkt.
Im Römerbrief steht sehr deutlich, was sich immer wieder zeigt: Gott ist da. Gott ist bei uns, ob wir sie sehen oder nicht. Ich habe Vertrauen darin, dass Gott uns ihre Liebe und Nähe schenkt. Die Frage, die für mich zurückbleibt, ist, ob ich das annehmen kann. Wie soll ich kleiner Mensch dieses wunderbare, unbegreifliche Geschenk empfangen?
Ich bin mir sicher, dass viele von Ihnen liebe Leser:innen Situationen kennen, in denen ein Gegenüber Schwierigkeiten hat, ein Geschenk anzunehmen. Möglicherweise kennen Sie das auch von sich selbst. Besonders herausfordernd wird es, wenn das Schenken ungeplant erfolgt und kein rechtfertigendes Ereignis zugrunde liegt. Meiner Erfahrung nach möchten Beschenkte oftmals etwas zurückschenken und einen Tauschhandel daraus machen. Auch wenn dieser Impuls nachvollziehbar ist, nimmt es dem Präsent und dem Akt des Schenkens den Sinn.
Gottes Geschenk ist so groß, dass ich nichts annähernd Gleichwertiges zurückschenken kann. Vielleicht ist das der Grund, warum es mir so schwerfällt. Gottes Gnade und Liebe kann ich „nur“ annehmen. Im Angesicht dieser unbeschreiblichen Zuwendung fällt mein Blick auf meine Fehler und Schwächen, die ich nie werde ganz ablegen können. Trotz alldem ist Gott da und wartet, bis ich bereit bin für ihr Geschenk.
Hannah Bilgeri ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn-Schoren.
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