
Es würde sich lohnen, das ganze 10. Kapitel aus der Apostelgeschichte zu lesen, um die hier beschriebene Petrusrede besser einordnen und verstehen zu können.
Petrus und der Hauptmann Cornelius werden durch eine je persönliche Vision von Gott gerufen, Gott führt die Männer zusammen. Die beschriebene Szene spielt sich im Hause des Hauptmannes Cornelius ab. Petrus hat dieses Haus betreten, obwohl nach dem Gesetz einem Juden verboten war, in das Haus eines Nichtjuden zu gehen. Petrus steht vor Cornelius und seinen Verwandten und Freunden, die von Jesus vieles schon gehört haben. Jetzt wollen sie aus erster Hand von einem Augenzeugen mehr über diesen Jesus erfahren.
Petrus beschreitet mit diesem Auftritt Neuland in der Verkündigung. Auch seine Begleiter sind verwundert, dass er zu Nicht-Juden spricht. Aber er erfüllt den Auftrag Gottes, den er durch eine Vision erhalten hat. Petrus lässt sich führen und verkündet die Frohe Botschaft, als Zeuge und Begleiter Jesu. In kurzen Sätzen erzählt er den „Ungläubigen“ wichtige Eckpunkte aus dem Leben und der Botschaft Jesu, dabei spart er auch den Karfreitag nicht aus, der aber in der Auferstehung seine Vollendung findet. Diese Stelle wird zur wunderbaren Ergänzung der österlichen Auferstehungsbotschaft: Die Botschaft Jesu richtet sich nicht nur an das jüdische Volk. Gott schickt Petrus zu „Ungläubigen“. Die Botschaft geht an alle. Alle, die an Jesus Christus glauben, sind angesprochen und können auf die Vergebung der Sünden vertrauen.
Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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