
Wir hören von der Begegnung Jesu mit einer Frau. Das Wasser steht für die Grundbedürfnisse des Lebens, im Gespräch mit Jesus wird aber deutlich, dass diese Begegnung größere Bedeutung hat: Jesus wirkt hier in Samaria, er verlässt also die Grenzen seines eigenen Volkes und begegnet den Nichtgläubigen und Heiden: Die Frau im Evangelium ist eine davon und sie öffnet sich für die Worte des Messias. Diese Erkenntnis des Glaubens verändert ihr Leben. Sie lässt den Krug stehen, denn sie braucht ihn nicht mehr. Das Wasser des Brunnens wird zum lebendigen Wasser und macht sie selbst zur Quelle; sie eilt zu den Menschen im Ort und wird, indem sie von Jesus erzählt, zur Missionarin.
Die Begegnung mit Jesus und seinem Wort nährt und führt zur Erkenntnis; wir selbst werden zur lebensspendenden Quelle, indem wir Jesu Botschaft weitertragen und versuchen, danach zu leben. Und das braucht es, damit unsere Welt menschlicher, friedlicher und solidarischer wird;
so wie Jesus dürfen wir Grenzen überwinden, bewusst unsere kirchlichen Gemeinschaften öffnen, den Dialog mit Nicht- und Andersgläubigen suchen; gemeinsame
Projekte entwickeln, um wirksam zu werden im gesellschaftlichen Kontext.
Es gibt den Hunger nach Brot und Durst nach Wasser. Beides braucht der Mensch, um zu leben. Aber es gibt noch mehr: die Freude, die Liebe, die Hoffnung – für diese wertvollen Dinge des Lebens braucht es unsere Haltung und Offenheit, damit wir dafür empfänglich werden.
Habe ich schon einmal bewusst Grenzen überwunden? Wo werde ich selbst zur lebensspendenden Quelle?
Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz. Kontakt: sonntag@koopredaktion.at

