
Jeder Vers dieser Stelle aus dem Matthäusevangelium würde eine eigene Kommentierung verdienen. Bevor Jesus den Simon, dessen Bruder Andreas, den Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und dessen Bruder Johannes beruft, ruft Jesus schlicht und deutlich überall, wo er in Galiläa hinkommt: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Vers 17). Kehrt um! Wir können dies auch anders sagen: Bekehrt euch! Verändert euch, arbeitet an euch selbst! Diesen Ruf kennen wir schon aus dem Matthäusevangelium – von Johannes dem Täufer (Kapitel 3, Vers 2): „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“
Nicht nur im Reden und Verkünden Jesu ist das Neue angebrochen, auch in seinem Tun. Der Messias bringt Worte und Werke des Heils. Dies ist das Programm Jesu: „Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.“ Jesus als Verkünder des Himmelreiches steht vor uns, er ist der wahre Heiland, der uns von unseren Lähmungen, von unseren Süchten befreit. Jesus heilt, er macht uns gesund, weil er uns zeigt, wer wir sind, geschaffen nach Gottes Idee.
Doch dabei bleibt Jesus nicht stehen: Bei der Berufung der ersten Jünger lädt Jesus diese Vier ein, in seine Lebensschule zu kommen, um hineinzuwachsen in seine Art zu denken, zu glauben, zu hoffen und zu lieben. „Reich Gottes, Himmelreich“ nennt die Heilige Schrift diese Bewegung Gottes, „Umkehr“ und „Nachfolge“ ist als Antwort unsere Bewegung.
„Nachfolgen“, das ist schlicht der schillernde Begriff bei Matthäus. Was tun wir, wenn er auch uns ruft?
Stefan Kronthaler ist Redakteur der
Wiener Kirchenzeitung „Der SONNTAG“. sonntag@koopredaktion.at


