
aus der Redaktion
Drei größere künstlerische Projekte, Gottesdienste und vielfältige Begegnungen prägen die Carl-Lampert-Wochen 2026. Das Programm widmet sich dem Leben und der Ausstrahlung des seliggesprochenen Priesters.
Wer Carl Lampert vor allem von seinen letzten Tagen her betrachtet oder in ihm hauptsächlich den seliggesprochenen Märtyrer sieht, begegnet ihm zu spät, um den Menschen in seiner ganzen Vielfalt kennenzulernen. Carl Lampert war ein ausgesprochen lebensfroher und geselliger Mensch, der leidenschaftlich gern sang und Feste feierte. Daneben half er Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, und nahm sein Amt als Provikar mit großem Verantwortungsbewusstsein wahr. Am Tag seiner Hinrichtung am 13. November 1944 hatte er jahrelange Verfolgung durchlebt. Seine Briefe aus der Haft zeugen von einem unerschütterlichen Glauben, tiefer Fürsorge für andere und einer Lebensfreude, selbst unter Umständen, die all dies eigentlich unmöglich machten.
Die Carl-Lampert-Wochen 2026 richten den Blick auf sein gesamtes Leben. In der Physik bezeichnet Remanenz eine Magnetisierung, die bestehen bleibt, nachdem ein äußeres Magnetfeld verschwunden ist. Auch wenn sich das Vermächtnis Lamperts nicht physikalisch messen lässt, wirkt seine Geschichte bis heute in Menschen nach, die ihn selbst nie kennengelernt haben.
Auf dem Friedhof der Basilika Rankweil begegnet in „Alles ist hin“ eine Lebende dem Tod. Inspiriert von Werken Goethes, Bulgakows und Saramagos, lässt dieser Totentanz – eigens für den Liebfrauenberg konzipiert – die Figuren in einen Dialog mit Carl Lampert treten. Stephanie Gräve führt Regie und übernimmt die Rolle der Todin, während Elke Maria Riedmann die Lebende darstellt. Orgel, Violine und Bürger:innenchor wirken mit. Die Aufführungen finden am 11., 12. und 13. November jeweils um 19.30 Uhr statt. Am 10. November um 18 Uhr sprechen Stephanie Gräve und Autorin Elisabeth Heidinger im Mesnerstüble über das Stück.
In Höchst entstand das Stück „Wolke von Zeugen“ aus einer Idee des Organisten Bruno Oberhammer zum 60. Geburtstags der Rieger-Orgel. Er gewann dafür den Autor Walter Buder, der eine Fülle von Texten und Stimmen aus unterschiedlichen Jahrhunderten zusammentrug und daraus das Konzept einer vielstimmigen „Wolke von Zeugen“ entwickelte. Brigitte Walk verdichtete diese Sammlung dramaturgisch und führt Regie. Kilian Haselbeck gestaltet den Tanz, ein generationsübergreifender Bewegungschor wirkt mit. Die Aufführung findet am 14. November um 19 Uhr in der Johanneskirche Höchst statt. Am 9. Jänner 2027, dem Geburtstag von Carl Lampert, lädt das Carl Lampert Forum in die St. Martin-Kirche in Dornbirn. Über den lebensfrohen Priester hieß es einst: „Kein Fest ohne Carl Lampert“. Dieser Gedanke bildet den Ausgangspunkt für ein gemeinsames Singen am Nachmittag, moderiert von Markus Linder. Alle können mitmachen, Beginn ist um 16 Uhr.
Der 13. November steht im Zeichen des Gedenkens. In Göfis beginnt der Tag um 9 Uhr mit einem von Frauen gestalteten Gottesdienst; um 16 Uhr, zur Stunde der Hinrichtung, folgt eine Andacht. Auch die Abendmesse in St. Martin in Dornbirn erinnert an ihn. Am Sonntag, 15. November, findet in Göfis um 9.30 Uhr eine Gedenkmesse statt, an die sich eine „Riebelpartie“ anschließt. In Innsbruck-Mariahilf, wo Lampert wohnte, erinnert Elisabeth Heidinger am 15. November in der Messe mit einem Gedenkwort an ihn. Heuer Jahr jährt sich zudem seine Seligsprechung zum 15. Mal.