von Veronika Fehle
Denkt man an Bludenz, dann hat man da schnell dieses Bild vor Augen: eine Kirche in der Höhe, darunter die Altstadt, ein stattlicher Turm.
Genau um diese Kirche, die Laurentiuskirche, ging es kürzlich bei einem Diskussions- und Informationsabend. Eingeladen hatte die Leitung des Seelsorgeraums im Lebensraum Bludenz sprich Pater Guido Kobiec, Pastoralleiter Thomas Folie, Organisationsleiterin Anna Ladstätter und ihre Teams. Und ja, es ging definitiv um die Zukunft dieser Kirche.
Man bedenke nur: Der Seelsorgeraum „Katholische Kirche im Lebensraum Bludenz“ umfasst gute sechs Pfarren. Allein die Pfarre Heilig Kreuz, zu der auch die Laurentiuskirche gehört, umfasst fünf Kirchen. Dazu kommt noch ein Pfarrzentrum und auf den Seelsorgeraum gerechnet noch einige Kirchen und Kapellen mehr. Das will alles erhalten und im besten Fall natürlich auch genutzt werden. Das ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe.
Auch die „Was-Wäre-Wenn-Frage“ einer temporären Schließung der Laurentiuskirche stand deshalb im Vorfeld der Infoveranstaltung im Raum. Davon war am Abend selbst dann nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Rund 200 Frauen und Männer waren der Einladung gefolgt. Zehn von ihnen meldeten sich ad hoc zum ehrenamtlichen Einsatz für die Laurentiuskirche und auch das „Stimmungsbarometer“ (an einer der sieben Themenstationen konnte abgestimmt werden, wie wichtig der Erhalt der Laurentiuskirche den Menschen eigentlich ist) ließ keine Zweifel offen: 10 Punkte für die Laurentiuskirche.

Nach den Impulsreferaten wurde sich über das Gehörte und auch neue Ideen ausgetauscht.
Diskutiert wurde – sei es in den sieben Kurzreferaten, in denen wirtschaftliche, touristische, historische, kulturelle, seelsorgliche und bauliche Perspektiven eingebracht wurden oder den Themenecken – durch die (geheizte Kirchen)Bank konstruktiv. Von Patenschaften für einzelne Gemälde oder Kunstgegenstände bis zum Schauplatz für Lesungen oder Geschichtsvermittlungsprogramme für Schulen war alles dabei. Dabei war aber immer klar: Die Laurentiuskirche soll ein Gotteshaus bleiben.

Rund 200 Frauen und Männer nahmen am Diskussionsabend teil.
Dieter Kerbl, LKW-Fahrer im Unruhestand (wie er sich selbst bezeichnete), ist einer der zehn Ehrenamtlichen, die sich am Abend für einen ehrenamtlichen Dienst gemeldet haben. Im Alpenverein engagiert er sich bereits und es steht für ihn außer Frage, dass es das Ehrenamt einfach braucht. Heute, wo vielerorts die Gürtel enger geschnallt werden, mehr denn je. Der Pensionist wird in Zukunft beispielsweise den Kerzenstand im Auge haben und sich gegebenenfalls auch um die Schneeräumung des Kirchplatzes kümmern.

Othmar Kraft, Pfarrkirchenrat in der Pfarre Heilig Kreuz informierte über die finanzielle Lage, die durchaus angespannt ist.
Der Informations- und Aktivierungsabend in der Laurentiuskirche war ein Anfang, er kann nur ein Anfang sein. Die Ideen und Anregungen, die dabei gesammelt wurden, bilden jetzt die Basis für die Weiterarbeit des Leitungsteams im Seelsorgeraum. Oder, wie es Diözesanbaumeister Markus Fulterer an diesem Abend formulierte: „Sakralräume sind außeralltägliche Räume – sie erinnern uns daran, dass wir mehr sind als Funktion. Kirchen wurden immer auch anders genutzt – aber immer mit Würde und mit ihrem eigenen Charakter. Und wenn wir wissen, was wir wollen, dann finden wir Wege – auch für die Zukunft und die Finanzierung.“