
Von Petra Baur
Bei der Inszenierung werden drei Leben auf schicksalshafte Weise miteinander verknüpft. In der Gegenwart sieht man zwei jugendliche Straftäterinnen, die auf ihre Anhörung warten. Dabei stoßen sie auf einen Podcast von Carl Lampert und entdecken ein Schicksal, das sie veranlasst, ihr eigenes Leben und Handeln neu zu betrachten.
Die beiden Jungschauspielerinnen Paula Futscher und Josepha Yen verkörpern sehr authentisch die jugendlichen Strafgefangenen. Der Podcast selbst wird von Rebecca Hammermüller einfühlsam vorgetragen. Nico Raschner, seit 2018 Ensemblemitglied am Vorarlberger Landestheater, spielt Carl Lampert. Der 29-Jährige verkörpert diesen auf sehr berührende Weise. Man spürt in jeder Szene, dass sich Nico Raschner intensiv mit dem vor 15 Jahren selig gesprochenen Lampert auseinandergesetzt hat. Während der Probenzeit gab es immer wieder Momente, die den Schauspieler erschüttert haben. „Ich kann kaum glauben, wie unmenschlich die Nazis mit Carl Lampert umgegangen sind und was er erdulden musste. Umso wertvoller sehe ich deshalb die Möglichkeit, sein Leiden porträtieren zu dürfen – obwohl mir natürlich bewusst ist, dass ich es eigentlich nur schwer in seinem ganzen Ausmaß nachempfinden kann“, so Raschner. Überzeugend verkörpert er den klugen Theologen und volksnahen Seelsorger, der sich selbst in höchster Lebensgefahr weigerte, seine Überzeugungen zu verraten. Und das, obwohl ihm mehrere Angebote dazu gemacht wurden...