
Wie jedes Jahr galt der erste offizielle Besuch einer Sternsinger-Gruppe in Vorarlberg am 27. Dezember Bischof Benno Elbs. Der freute sich über den Besuch der Sternsinger:innen aus der Pfarre Bizau und des Vorsitzenden der Katholischen Jugend und Jungschar, Fabian Bischof, die stellvertretend für rund 4.100 Sternsingerinnen und Sternsinger in Vorarlberg die weihnachtliche Friedensbotschaft und die Segenswünsche fürs neue Jahr überbrachten. „Die Sternsingerinnen und Sternsinger tragen mit ihren Liedern und Sprüchen die Weihnachtsbotschaft und den Segen Gottes in unsere Häuser. Zugleich erinnern sie uns daran, die Armen und Notleidenden nicht zu vergessen, und setzen ein starkes Zeichen für Solidarität. Von Herzen danke ich allen Kindern und Jugendlichen, die sich – wohlgemerkt in den Ferien – für die Dreikönigsaktion engagieren. Mein Dank gilt ebenso den Begleitpersonen sowie allen, die durch ihre Mithilfe das Sternsingen in unseren Pfarren möglich machen“, betonte Bischof Benno Elbs.
Das Besondere am Sternsingen ist, dass Kinder und Jugendliche das Fundament der größten entwicklungspolitischen Spendenaktion Österreichs bilden. Spielgeräte, Bücher und Smartphones werden beiseitegelegt, um bei jedem Wetter von Tür zu Tür zu gehen. Jeder Schritt von Caspar, Melchior und Balthasar ist ein wichtiges Puzzleteilchen, um unsere Welt zu einem besseren Ort für Menschen zu machen, die von Armut und Ausbeutung betroffen sind. Gemeinsam ist das österreichweit eine einmalige Bewegung, die lebendiges Brauchtum mit der Unterstützung für Menschen in Armutsregionen der Welt verbindet.
Für Anna, Franzi, Hannah, Karlina und Paula von der Pfarre Weiler ging es heuer sogar bis nach Wien. Gemeinsam mit die Sternsinger-Abordnungen aus ganz Österreich durften sie Bundespräsident Dr. Alexander van der Bellen und seiner Frau Mag. Doris Schmidauer in der Hofburg einen Besuch abstatten. Dabei lobte der Der Präsident das Engagement der Sternsinger:innen im ganzen Land. Nach seiner Ansprache und der Ansprache der Bundesvorsitzenden der katholischen Jungschar, Veronika Schippani-Stockinger, durften die Vorarlberger-Sternsingerinnen ihr gut vorbereitetes Lied vortragen. Anna und Franzi spielten mit Querflöte und Oboe, Paula macht das Intro und Karlina, Hannah und Paula sangen das von Jacqueline Haller neu arrangierte Vorarlberger Sternsingerlied von Konrad Bönig. „Nachdem alle Gruppen fertig waren, durfte jede Gruppe mit dem Präsidentenpaar ein Foto machen und anschließend gab es leckere Brötchen. Außerdem konnten wir uns länger mit Frau Doris Schmidauer unterhalten“, berichten die Sternsingerinnen. Zum Abschluss durfte die Vorarlberger Gruppe die Bundesvorsitzenden der KJS in ihr Büro der Erzdiözese Wien begleiten und dort auf der Dachterrasse noch Fotos und Videos für Social Media machen.
Generationen von Sternsinger:innen haben seit den Anfängen im Jahr 1954/55 unglaubliche 560 Millionen Euro an Spenden gesammelt. Im Vorjahr wurde die magische Schwelle von 20 Millionen Euro an Spenden überschritten. Dabei geht es aber nicht um diese Rekordsummen an sich, sondern darum, wie viele Menschen im Globalen Süden mit den Spenden unterstützt werden. Sternsingen bewirkt ganz konkret Stärkung schutzbedürftiger Kinder, Bildung für bessere Zukunftschancen, gesicherte Lebensgrundlagen durch Nahrung und sauberes Wasser, Durchsetzung von Menschenrechten und Förderung christlicher Gemeinschaften, die sich für die Ärmsten und die Bewahrung der Schöpfung engagieren.
In Tansania haben viele Menschen zu wenig zu essen und kein sauberes Trinkwasser. Die Klimakrise verschlimmert die Situation mit langen Dürrephasen. Ohne Einkommen fehlt es an Geld für Medikamente oder die Schule. Doch die Spenden in den Sternsingenkassen machen den Unterschied: Mit neuen landwirtschaftlichen Methoden werden Erträge gesteigert und der Hunger besiegt. Babys und Kinder bleiben durch vollwertige Mahlzeiten gesund. Mit besserem Einkommen werden Schulbesuch und medizinische Betreuung gesichert.
Corinna Peter