
Sie kommt aus Oberösterreich. Ihr Leben ist einfach. Nicht, dass es nicht komplex wäre. Das nicht. Aber es kommt ohne das große Tam-Tam, ohne Getöse aus. Es gibt ein Zentrum, einen Mittelpunkt. Es ist das, was heute vielleicht viele „etwas Höheres“ nennen. Darauf richtet sie sich aus.
Er kommt aus Deutschland, Nähe Stuttgart. Leistung, das war sein Ding. Höher, noch höher, am höchsten. An Luxus mangelte es nicht. An Ansprüchen auch nicht. Und das machte ja alles auch Spaß. Eine Zeit lang. Lange. Bis die Freude weg war. Und er sie neu suchen musste.
Sie ist Maria Stella Krimmel, Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters Mariastern-Gwiggen in Hohenweiler. Er ist Thorsten Probost, mehrfach ausgezeichneter Haubenkoch, heute Foodcoach und sehr gerne Ski- und Langlauflehrer. Beide treffen sich in der Kapelle des Jugend- und Bildungshauses St. Arbogast in Götzis. Beide nehmen sie Platz und das Gespräch zwischen Küche und Kirche beginnt. Es geht um das gute Leben, um gutes Essen, darum, was am Ende des Tages zählt und auch darum, warum man barfuß nicht lügen kann.
Es sei an dieser Stelle erwähnt. Dass in der Kapelle von Arbogast für diesen Anlass die Stuhlreihen ein bisschen zur Seite geschoben wurden und stattdessen nun eine große Tafel – ein gedeckter Tisch – den Mittelgang des Raumes beherrscht. Publikum? Gibt es nicht. Hier gibt es nur Gäste und eine Tischgemeinschaft. Eine Mahlgemeinschaft, ist man versucht zu sagen. „Die Seele füttern“, ja, das gehöre schon mit zu ihrem Lebensentwurf, lacht die Äbtissin. Dazu gehöre auch sich zu öffnen für das Mehr. Zu spüren und dem, was man spürt zu vertrauen. So fange vieles an.