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hl. Apostel Paulus als Lehrer Dalmatiens; re.: Kloster und Fluß Krka
kathbild.at/Rupprecht, Franz Josef Rupprecht / hl. Apostel Paulus als Lehrer Dalmatiens; re.: Kloster und Fluß Krka
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Zuversicht, die weiterträgt

17. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A – 26. Juli 2026

1. Lesung

1 Kön 3, 5.7–12

 

Ein hörendes Herz erbitten.

 

In jenen Tagen erschien der Herr dem Sálomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll! Und Sálomo sprach: Herr, mein Gott, du hast deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht aus noch ein. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht! Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren? Es gefiel dem Herrn, dass Sálomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht.

 

2. Lesung

Röm 8, 28–30

 

Gottes Verheißung reicht weiter als das Leid.

 

Schwestern und Brüder! Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind; denn diejenigen, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei. Die er aber vorausbestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.

 

Evangelium

 

Den wahren Schatz entdecken. 

 

In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie. Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja. Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

 

 

Antwortpsalm 

aus Psalm 119

 

Mein Anteil ist es, Herr, 
das habe ich versprochen, 
deine Worte zu beachten.
Gut ist für mich die Weisung deines Mundes, 
mehr als große Mengen von Gold und Silber. 
Tröste mich in deiner Liebe, 
nach dem Spruch für deinen Knecht!
Dein Erbarmen komme über mich, 
sodass ich lebe, 
denn deine Weisung ist mein Ergötzen.
Darum liebe ich deine Gebote 
mehr als Rotgold und Weißgold.
Darum halte ich alle deine Befehle für richtig, 
alle Pfade der Lüge hasse ich. 
Wunderwerke sind deine Zeugnisse, 
darum bewahrt sie meine Seele.
Das Aufschließen deiner Worte erleuchtet, 
den Unerfahrenen schenkt es Einsicht.

 

Krpelan

Wort zur 2. Lesung

Paulus schlägt oft starke Töne an. In seinen Briefen malt er gern hohe Kontraste und öffnet Gegensätze. Damit bekommen wir Leser ein klareres Bild vom Rahmen, in dem er sich dann thematisch bewegt. 
In diesem Abschnitt wendet er aber nichts hin und her, sondern ist in seinen Gedanken zielgerichtet und direkt. Dazu nimmt er eine Aussage auf, die er bereits kurz davor (Vers 18) artikuliert hat: Die Leiden der gegenwärtigen Zeit verblassen gegenüber der künftigen Herrlichkeit. Diesen Gedanken bestätigt Paulus nun. Mehr noch, die Sätze sind jetzt in prophetischer Gewissheit formuliert: Auch wenn der Weg durch das Leiden führt, von Gott wird er letztlich zum Guten gewendet.
Wird sich für jene, die Gott lieben, tatsächlich alles immer zum Guten wenden? Ist das nicht billiger Trost? Lässt sich dieser Satz einem Menschen so sagen, für den Krieg zum Alltag geworden ist? Angesichts dieser Fragen merke ich, wie es in mir beklemmend still wird. Denn die politische und gesellschaftliche Realität scheint aktuell in anderer Sprache zu sprechen. 
Ganz so ist es von Paulus auch nicht gemeint. Es stimmt in diesen Zeilen den poetischen Dreiklang von „berufen“, „gerechtfertigt“ und „verherrlicht“ an. Jene, die in Gemeinschaft mit Christus verbunden sind (berufen), werden einst auch auferweckt (gerechtfertigt). Ihnen wird Gott Anteil an seiner Herrlichkeit geben. Zu diesem Glauben will Paulus ermutigen. Darum geht es ihm. 

 

Die Fragen wären dann: 
Spüre ich diese Zuversicht in meinem Glauben? Gibt dieser Glaube mir Hoffnung – selbst in dunklen Zeiten?

 

Lukas Pallitsch, Dr., PhD, ist Universitätsassistent (post-doc) am Institut für Religionspädagogik und Katechetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sowie Beauftragter der Diözese Eisenstadt für den christlich-jüdischen Dialog.

 

Kontakt: sonntag@koopredaktion.at

Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 29 vom 23. Juli 2026. 

 

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Von Cornelia Engler
Veröffentlicht am 22.07.2026
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