
Friede, Liebe, Gemeinschaft. In der heutigen zweiten Lesung werden Grundwerte betont, die wir leben sollen und empfangen dürfen. Wenn ich gefragt werde, worum es im Christentum geht oder was das Wort „Gott“ für mich bedeutet, denke ich immer dasselbe: Liebe. Es klingt offensichtlich, aber oft merke ich, dass es das nicht ist. Im Alltag mache ich die Erfahrung, dass dieser Grundwert, diese unglaubliche Zusage, untergeht und von anderem überdeckt wird. Darum wundert es mich nicht, dass auch in der Lesung die Menschen daran erinnert werden, was wirklich wichtig ist, um was es eigentlich geht. Ohne von mir auf andere schließen zu wollen glaube ich, dass wir diesen Aufruf ab und zu brauchen. Eine Unterbrechung, um kurz innezuhalten und zu überprüfen: Wohin bin ich gerade auf dem Weg? Stimmt die Richtung noch? Lasse ich Platz für die heilige Geistkraft?
Ich selbst biege täglich ab, um eigene, kurzfristigere Bedürfnisse zu erfüllen. Manchmal stimmen sie mit meinen langfristigen Zielen und Grundwerten überein, manchmal auch nicht. Dieser Weg, der von Gottes Liebe begleitet, zum Frieden führen kann, ruft mich zur Verantwortung. Mit meinen kleinen und großen Entscheidungen trage ich meinen Teil dazu bei.
Gott begleitet unsere Wege und auch wenn manches nicht gelingt, schenkt sie uns immer wieder neu ihre Beziehung. Jeden Sonntag haben wir die Möglichkeit unseren Alltag bewusst zu unterbrechen und uns neu auszurichten. Die Schrift schenkt uns Reflexionsmöglichkeiten und erinnert uns an das Wesentliche. Manchmal fühlt es sich an wie die sanfte Berührung der Schulter, manchmal vielleicht mehr wie ein strengeres Rütteln. Aber auch das Rütteln ist von Liebe getragen. Beides enthält die Frage: „Wohin bist du gerade unterwegs?“
Hannah Bilgeri ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn-Schoren.
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