
Synodal – so heißt das neue Wort in der Kirche. Papst Franziskus hat es in den Vordergrund gestellt, dabei ist Synodalität eine Haltung, die in der Kirche seit den Anfängen – zwar in verschiedenen Formen – praktiziert wurde. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und in Folge dann mit dem Aufkommen der Pfarrgemeinderäte war es klar, (in den meisten Pfarren) entscheidet der Pfarrer nicht mehr alleine, sondern zusammen mit den Vertreter:innen der Pfarrgemeinde. Es ist ein Ernstnehmen der Taufe und Firmung. Wie eingangs erwähnt, Papst Franziskus hat die Synodalität in den Vordergrund gestellt.
Syn – odos (zwei griechische Wörter: zusammen und Weg), also „zusammen auf dem Weg sein“ und im Weiteren heißt es: „zusammen für die Kirche und für die Welt Verantwortung tragen“. Nicht nur die Geweihten, sondern alle Getauften und Gefirmten tragen Verantwortung, weil auch die Getauften und Gefirmten durch die Taufe und durch die Firmung vom Heiligen Geist erfüllt sind. Natürlich braucht es solche, die die Letztverantwortung tragen, aber eben nicht alleine, sondern zusam-men mit möglichst vielen geisterfüllten Menschen.
Synodal heißt: miteinander reden, aufeinander hören, einander zuhören und vor allem auch miteinander beten! Es geht um das gemeinsame Suchen von Gottes Willen; es geht um die gemeinsame Suche von guten Entscheidungen.
Synodal heißt nicht, seine eigene Meinung durchzusetzen. Auch ich kann etwas von anderen lernen. Es geht darum gemeinsam – redend, zuhörend und betend – herauszufinden, was im Sinne Gottes das Beste für die Pfarrgemeinde, für die Diözese, die Kirche und für die Welt ist.
Wichtig ist natürlich auch, dass wir uns inhaltlich, fachlich, z.B. theologisch, mit den verschiedenen Themen auseinandersetzen; wer (mit)entscheidet, muss sich auch inhaltlich auskennen. Dazu gehört auch, dass wir in wichtigen Dingen in Überein-stimmung mit dem Papst und der Weltkirche entscheiden und Verantwortung tragen.
Das Pfingstfest erinnert uns daran, dass auch wir getaufte und gefirmte Christ:innen sind, dass auch wir in Taufe und Firmung den Heiligen Geist empfangen haben und dass auch wir gerufen und berufen sind, gemeinsam für die Pfarrgemeinde, für die Diözese, die Kirche und für die Welt Verantwortung bzw. Mitverantwortung zu tragen.
Wir alle sind eingeladen, in unserem eigenen Leben synodal zu leben: miteinander auf dem Weg zu sein, miteinander zu reden, einander zuzuhören, sich miteinander inhaltlich auseinanderzusetzen, miteinander zu beten und dann auch miteinander zu entscheiden und Verantwortung zu tragen.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Pfingstfest und ganz viel Heiligen Geist!
Generalvikar Hubert Lenz
