
Von Rosa Andrea Martin
Pfarrer Dominik Toplek eröffnete die Feier mit einem klaren Blick über das rein Bauliche hinaus: Die Sanierung sei „nicht nur der Beginn einer Baustelle“, sondern ein bewusster Schritt, ein zentrales Zeichen der Stadt neu zu beleben. Der Kirchturm, so betonte er, habe über Generationen hinweg Menschen gerufen, begleitet und getragen – als sichtbares Zeichen im Alltag ebenso wie im Glauben. Seine Worte knüpften an ein tiefes Bild an: Der Turm verbinde Himmel und Erde, sei Orientierungspunkt und zugleich Ausdruck eines tragfähigen Fundaments.
In diesem Sinne stellte Toplek die Erneuerung auch in einen inneren Zusammenhang: „Ich wünsche uns allen einen Glauben, der nicht stehen bleibt, sondern sich erneuern lässt, so wie wir heute beginnen, diesen Turm auch zu erneuern.“ Der bauliche Prozess wird so zum Spiegel eines geistigen Weges – getragen von Vertrauen, Gemeinschaft und der Bereitschaft, Bestehendes zu bewahren und zugleich weiterzuentwickeln.
Ein zentrales Motiv seiner Ansprache war das Zusammenspiel von Einzelnen und Gemeinschaft. Wie bei den Dachziegeln, die erst im Zusammenwirken Schutz und Stabilität geben, sei auch das kirchliche und gesellschaftliche Leben auf das Miteinander angewiesen. „Ein einzelner Ziegel kann nichts – gemeinsam entsteht ein Dach, das schützt, trägt und verbindet“, so Toplek. Damit rückte er die vielen sichtbaren und unsichtbaren Beiträge in den Fokus, die ein solches Projekt ermöglichen.
Auch Dornbirns Bürgermeister Markus Fäßler unterstrich die Bedeutung des Kirchturms für das Stadtbild und das Selbstverständnis der Bevölkerung: „Der Kirchturm ist für mich ein starker Orientierungspunkt – ein zentrales Zeichen, an dem sich das Leben einer Stadt widerspiegelt.“ Gerade in einer sich wandelnden Umgebung bleibe er ein Fixpunkt, der Identität stifte und Zusammenhalt sichtbar mache.
Finanzkammerdirektor Andreas Weber lenkte den Blick auf die gemeinschaftliche Kraft hinter dem Projekt und würdigte das Engagement aller Beteiligten: „Es ist eine Aufgabe, die nur gelingt, wenn viele Verantwortung übernehmen und gemeinsam die nötigen Mittel und den Mut aufbringen.“ Sein Dank galt insbesondere den Ehrenamtlichen und allen, die im Hintergrund zum Gelingen beitragen.
Die Segensfeier machte deutlich: Die Turmsanierung ist weit mehr als ein bauliches Vorhaben. Sie steht für Kontinuität und Aufbruch zugleich – für die Verbindung von Geschichte und Zukunft. Mit dem Segen für die Arbeiten verband sich die Hoffnung, dass der Turm auch weiterhin ein Ort der Orientierung, des Trostes und der Zuversicht bleibt – sichtbar weit über die Dächer der Stadt hinaus.