
Von Sr. M. Anastasia Franz
Ein einschneidendes Erlebnis im Leben von Conny Hotz war der Verlust ihres Opas. Das sagt die damals 12-Jährige heute dazu: „Als mein Opa gestorben ist, durfte ich mich nicht verabschieden und wurde mit meiner Trauer alleingelassen.“ Und weiter: „Das war furchtbar!“, erinnert sie sich und wusste schon damals: „Wenn ich erwachsen bin, möchte ich etwas machen, damit andere Menschen in der Trauer begleitet werden, trauern dürfen und die Trauer zulassen.“
Vor 22 Jahren spürte sie schließlich, dass die Zeit dafür reif war: „Ich habe mich berufen gefühlt“, erzählt sie. Sie hatte den Eindruck, Gott sage: „Conny – ja.“ Während des praxisnahen Lehrgangs für Hospizbegleitung erfuhr sie sehr viel Bestätigung und wurde bei ihren Besuchen selbst beschenkt: „Ich musste nichts tun, nur da sein.“ Die Leute sagten: „Schön, dass du da bist!“ Zu den Patienten und Patientinnen sagt sie oft: „Ich bin für sie jetzt da. Für die Krankheit ist der Arzt da und ich bin für ihre gesunde Seite da und schenke ihnen meine Zeit.“ Nach jedem Einsatz dankt sie Gott und geht vollkommen beschenkt nach Hause.
Die Besuche der Hospizhelfer:innen entlasten Angehörige, die ihre Liebsten aufgehoben wissen und Pause machen können. Wichtig sei, zu spüren, ob der Patient oder die Patientin den Besuch möchte. Conny Hotz hat ein feines Gespür dafür. Manchmal vereinbart sie ein Zeichen und sagt: „Wenn sie möchten, dass ich gehe, drücken Sie mir bitte die Hand.“
Einmal wurde sie zu einer Frau gerufen, deren Angehörige erschöpft nach Hause gingen: „Da hat die Kranke mit mir über Gott und die Welt geredet“, weiß sie zu berichten. Am nächsten Tag erfuhr sie dann, was die Frau von ihrem Besuch gehalten hat: „Die, die gestern da war, war gut – besser als der Herr Pfarrer!“
Einmal wurde sie zu einer Frau gerufen, die angeblich nur etwas Unterhaltung wolle. Die Patientin begrüßte sie wie folgt: „Gut, dass sie da sind!“ Dann atmete sie zweimal tief ein und aus und war tot. Conny blieb noch eine halbe Stunde, um der Frau Ruhe zu schenken, bevor das Personal kam. Die Hospizbegleiterin war oft beim Sterben dabei und sagt: „Das ist so unbegreiflich schön, wenn man weiß, dass sie hinaufgehen und oben empfangen werden.“ Es sei ein unbeschreibliches Gefühl – eine tiefe Traurigkeit, aber auch eine riesengroße Freude. Es sei ein unglaublich schönes Geschenk, wenn man dabei sein könne, wenn jemand geht. Sie bedankt sich immer, wenn sie dabei sein durfte in dieser allerheiligsten Stunde, wenn die sterbende Person die Herrlichkeit sehe.
Conny Hotz war das Bindeglied zwischen der Einsatzkoordinatorin und dem 30-köpfigen Hospizteam. Sie achtete darauf, dass es allen gut ging. Kranken schickte sie Genesungswünsche und bei einem Todesfall spendete sie mit einer Kerze Trost. Neben ihrem Ehrenamt engagiert sich die Mutter und Oma auch beruflich für andere: In der Elternberatung der Connexia, beim interkulturellen Eltern-Kind-Treff Pinocchio, bei den Lernfreunden und in der Schülerbetreuung.