Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Vorarlberger KirchenBlatt
Hauptmenü:
  • Informationen
    • Fastenserie
    • Abo-Service
      • Kombi_Abo
      • Print_Abo
      • Digital_Abo
      • Geschenk_Abo
      • Leser werben Leser_Abo
      • Schnupper_Abo
      • Gratis_Abo
      • Fasten_Abo
    • KirchenBlatt digital
      • KirchenBlatt-2026
    • KirchenBlatt Reisen
    • Für Werbekunden
    • Archiv
      • KirchenBlatt-2025
      • KirchenBlatt-2024
      • KirchenBlatt-2023
  • Digitalausgabe
  • Kalender
  • Personen
  • Kontakt
Menü
  • Informationen
    • Fastenserie
    • Abo-Service
      • Kombi_Abo
      • Print_Abo
      • Digital_Abo
      • Geschenk_Abo
      • Leser werben Leser_Abo
      • Schnupper_Abo
      • Gratis_Abo
      • Fasten_Abo
    • KirchenBlatt digital
      • KirchenBlatt-2026
    • KirchenBlatt Reisen
    • Für Werbekunden
    • Archiv
      • KirchenBlatt-2025
      • KirchenBlatt-2024
      • KirchenBlatt-2023
  • Digitalausgabe
  • Kalender
  • Personen
  • Kontakt
Inhalt:
Adobe Stock / Klaus Eppele
  • Vorarlberger Kirchenblatt (617)
  • Aktuelles

Warum geht denn das nicht schneller

Teil 2 der Fastenserie mit Christine Haiden: Im Leben staut es immer wieder einmal, nicht nur im Straßenverkehr, auch in Beziehungen, im Beruf, in der Gesellschaft. Was tun?

Vor einigen Jahren habe ich mir angewöhnt, zu Menschen, die mir den Vorrang nehmen oder die sich mit ihrem Auto so an mich herandrängen, dass ich mich bedroht fühle, zu sagen: „Aber, Schatzi!“ Als ich noch laut „Was bist du für ein Trottel!“ ausgerufen habe, verfinsterte sich mein Menschenbild mit jedem Vorfall. Mein Adrenalinspiegel stieg beträchtlich. Ich wäre zu dem fähig gewesen, was mein Vater in so einem Fall gesagt hätte: „Den muss man herausnehmen und abwatschen!“ Seit ich von Schatzis umgeben bin, die sich originell verhalten, bin ich heiterer gestimmt. Wenn auch nicht immer gelassen. Gelegentlich kommt das „Schatzi“ nur mühsam durch die zusammengebissenen Zähne. Wenn es knapp wird, ein Termin wartet, ich die Telefonnummer, unter der ich meine Verspätung ankündigen kann, nicht im Handy eingespeichert habe oder der Tag schon mit Ärger angefangen hat – dann hat mir der Bremser gerade noch gefehlt! Menschen, die wie ich gerne etwas erledigen, deren Zeit getaktet ist und die effizient sein wollen, lassen sich ungern bremsen. Das macht das Leben ohnehin von selbst, ob wir wollen oder nicht. Wie wir darauf reagieren, ist nicht nur Charakterfrage. Wie alle Tugenden kann man auch Geduld einüben, wenn man das Glück in der Verzögerung erkennen kann.


Annehmen, was ist

Wer ein Patient ist, braucht Patientia, Geduld. Wer krank ist, dem nützt das Hudeln nichts. Der Patient lässt uns verstehen, was mit Geduld gemeint ist. Wer krank ist, befindet sich in einem Zustand, den er sich nicht ausgesucht hat und den er meist im Moment nicht ändern kann. Bakterien, Viren, Abnützungserscheinungen oder veränderte Zellen haben das Kommando über den Körper oder einzelne Teile übernommen. Zu klagen mag die Seele erleichtern, aber selten etwas daran zu ändern. Dennoch sollte man nicht einfach vor sich hinleiden und reglos warten. Es ist ratsam, ärztliche Hilfe zu suchen. Manchmal muss das schnell gehen. Bei manchen Symptomen kann „Augen zu und durch“ ein böses Ende nehmen. Geduld beginnt, wenn man bereit ist, anzunehmen, was jetzt ist. Vor vielen steht dieser Anspruch wie eine unüberwindbare Hürde. Das gibt’s doch nicht! Warum passiert das mir? Wer sich arm und eingebremst fühlt, sucht Schuld und Rettung bei den anderen. Wer annehmen kann, was ist, hat die Chance, eigene Kräfte freizusetzen.

 

Geduld hat eine passive und eine aktive Seite

Etwas weiterbringen, Leistung, Tempo, Ungeduld sind in unserer Kultur hoch angesehen. Wir müssen funktionieren, sonst werden wir ausgetauscht. Vor vielen Jahren lernte ich eine Lehrerin kennen, die mit autistischen Kindern gearbeitet hat. Sie erzählte mir, wie sie versucht herauszufinden, wie sie Zugang zu dem jeweiligen Kind finden kann: „Da probiert man einen Schlüssel, ob der aufsperrt, aber nein, der nicht. Dann probiert man den nächsten, so lange, bis man den richtigen gefunden hat.“ Diese Lehrerin habe ich für ihre Geduld bewundert. Sie suchte die Schuld für die nicht gelungene Kommunikation nicht beim Kind, nein, ihr war völlig fremd, dass es überhaupt um Schuld gehen könnte. Sie hatte nur noch nicht gefunden, was eine Verbindung mit dem Kind schaffen könnte. Geduld hat eine passive und eine aktive Seite. Wenn ein Schlüssel nicht passte, musste sie ruhig bleiben, überlegen und akzeptieren, dass es nicht geklappt hatte. Dann konnte sie wieder aktiv werden.

 

Manche Lösung findet sich im Liegen

Ähnliches wird von Hildegard von Bingen überliefert. Sie war eine unglaublich aktive Frau. Mit ihren Büchern, ihren Klöstern, ihren Predigtreisen hat sie viel erreicht, das Frauen vor ihr nicht möglich gewesen war. Sie wusste, was sie wollte, aber sie konnte es nicht immer sofort durchsetzen. In solchen Phasen wurde sie krank, lag auf ihrem Bett und wartete. Bis ihr einfiel, wie sie das Problem lösen könnte. Ab da war ihr Krankenlager wieder leer. 

 

Aus dem Geduldsfaden ein Geduldsseil machen

Für Geduld gibt es das altmodische Wort „Langmut“. Wieder eine Tugend, die sich im „muot“, im Gemüt zeigt. Man muss es erwarten können. Die Zeit arbeitet für dich, heißt es auch. Wenn man etwas nicht in der Hand hat, muss man warten, bis es einem in die Hand fällt. Im Warten ist es besser, die Hand offen zu haben als zur Faust zu ballen. In eine Faust kann man nichts hineinlegen. Die Geduld wird nicht umsonst als eine Gabe des Heiligen Geistes gesehen. Der kommt, wie wir wissen, unvermutet, aber wenn, braucht er einen Ort, wo er aufgenommen wird.
Wenn wir Glück haben, vermittelt uns die Geduld unsere Grenzen. Wir können nicht alles machen, erreichen, wenn wir es gerade wollen. Der Geduldsfaden, an dem wir hängen, wenn Hindernisse auftauchen, ist manchmal dünn. Ob wir ihn überdehnen, sodass er reißt, hängt nur von uns ab. Die gute Nachricht: man kann trainieren, ihn auf Seilstärke zu bringen. Dazu muss man über die Jahre viele Geduldsfäden ineinander verdreht haben, also einige Übung und Erfahrung im Warten haben.

 

Geduldig an sich selbst arbeiten

Die Ungeduldigen pochen auf ihr Recht, sie fordern und drohen: „Ich will das aber jetzt sofort, das steht mir zu, das muss ich mir nicht gefallen lassen! Was glauben Sie eigentlich, wer ich bin?!“ Nach innerer Stärke schaut das nicht aus. Eher schon nach Selbstüberschätzung. Geduld ist innere Ruhe. Zuerst gilt es anzunehmen, was ist. Dann heißt es warten und überlegen, was man selbst verändern könnte. Um schließlich das anzunehmen, was sich zeigt, und darauf zu reagieren. Leider geht das nicht schnell. Alle Philosophien, Religionen und Weisheitstraditionen kennen das Problem. Man muss geduldig am inneren Schatzi arbeiten, damit andere es werden können.

.

Alexandra Grill
Fastenserie mit Christine Haiden

Tugenden der Friedfertigkeit

Friede beginnt mit einer inneren Haltung. Gegen die Kultur des Rechthabenwollens hilft eine Kultur der Friedfertigkeit. Die Tugenden, die Christine Haiden in der Fastenzeit in sieben Artikeln vorstellt, sind: Sanftmut, Geduld, Disziplin, Verzeihen, Güte, Humor, Zärtlichkeit.

Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 8 vom 26. Februar 2026. 

 

Noch kein Abo? Dann gleich eines bestellen

Zum Login der Digital-Ausgabe
Veröffentlicht am 25.02.2026
Drucken Teilen

Inhalt teilen

Bitte wählen Sie, auf welche Weise Sie die Seite teilen möchten.

Jesus ist mit uns auf dem Weg

2. Fastensonntag, Lesejahr A – 1. März2026
Mehr lesen

Warum geht denn das nicht schneller

Teil 2der Fastenserie mit Christine Haiden: Im Leben staut es immer wieder einmal, nicht nur im Straßenverkehr, auch...
Mehr lesen

Verdienstvoll als Priester gewirkt

Am 27. Februar feiert Prälat Dr. Hans Fink seinen 90. Geburtstag. Seine Verdienste für die Katholische Kirche in...
Mehr lesen

"Besser als der Herr Pfarrer!"

Conny Hotz ist für ihren Einsatz bei Hospiz Vorarlberg geehrt worden: Die einfühlsame Frau begleitet Menschen in der...
Mehr lesen
Du bist hier
  • Vorarlberger Kirchenblatt (617)
  • Aktuelles

Sie haben Fragen, Ideen, Rückmeldungen?

 

Kontaktieren

Sie uns!

 

kirchenblatt@kath-kirche-vorarlberg.at

Unser Büro

Bahnhofstraße 13

6800 Feldkirch

T +43 5522 3485-101

F +43 5522 3485-5
kirchenblatt@kath-kirche-vorarlberg.at

 

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag von 9 bis 11 Uhr

Freitag von 9 bis 12 Uhr

  • Impressum
  • Datenschutz
Anmelden