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Andreas Haller
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"Hier sind alle Gefühle erlaubt"

Die Purzelbaum Eltern-Kind-Gruppen bieten landauf, landab einen Raum für wertvollen Austausch. Damit das möglich ist, braucht es engagierte Gruppenleiterinnen. Eine von ihnen ist Aleksandra Knoflach.

von Joachim Schwald

 

Spielen, lachen, Freunde finden – so lassen sich die Purzelbaum Eltern-Kind-Gruppen  kurz zusammenfassen. Seit über 20 Jahren bieten die Gruppen einen liebevollen Raum für Mütter und/oder Väter mit Kindern bis 3 Jahren, die sich wöchentlich an zehn Vor- oder Nachmittagen für zwei Stunden treffen. Bei jedem Purzelbaum-Treffen gibt es einen Morgenkreis, eine gemeinsame Jause, einen Austausch zu einem Elternthema und ganz viel freie Spielzeit.
Damit das über weite Teile des Landes verteilte Angebot professionell durchgeführt werden kann, finden regelmäßig Ausbildungen zur Purzelbaum Eltern-Kind-Gruppenleiter:in statt. Eine, die diese Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen hat, ist Aleksandra Knoflach. Im Interview mit dem KirchenBlatt spricht die gebürtige Polin, wie es dazu gekommen ist und was ihr an dieser Aufgabe so gefällt.

 
Sie haben die Ausbildung zur Purzelbaum-Eltern-Kind-Gruppenleiterin gemacht. Wie haben Sie davon erfahren?

Aleksandra Knoflach: Meine Geschichte mit der Purzelbaumgruppe begann, als ich mit meinem ersten Kind selbst Teilnehmerin war. Später suchte die damalige Leiterin, Andrea Klasen, nach einer neuen Helferin, und ich habe mich gemeldet.
Danach hat Andrea sehr viel Werbung für den Lehrgang gemacht, allerdings war ich mir anfangs nicht sicher, ob der richtige Zeitpunkt für mich gekommen war.
Was hat Sie dazu bewegt, diese Ausbildung zu machen?
Knoflach: Einen großen Anteil daran hatte Andrea Klasen. Ich war lange hin- und hergerissen, ob ich diese Ausbildung überhaupt für meinen Lebenslauf brauche. Andrea hat mir jedoch gesagt, dass die Ausbildung eine wunderbare Erfahrung sei – nicht nur auf beruflicher Ebene, sondern auch persönlich, vor allem in meiner Rolle als Mama.
Zusätzlich habe ich von Franziska Fussenegger-Kneifel eine Einladung zu einem Austauschtreffen bekommen. Danach wusste ich: Zu dieser „Familie“ möchte ich gehören, und ich möchte die Ausbildung definitiv machen.

 

 

Aleksandra Knoflach ist leidenschaftliche Purzelbaum Eltern-Kind-Gruppenleiterin.   Handout

 

Wie haben Sie die Ausbildung erlebt? Ist Ihnen etwas Besonderes in Erinnerung geblieben?

Knoflach: Es ist schwierig, nur eine besondere Erinnerung zu nennen, denn jedes Modul war auf seine eigene Art besonders. Während meines Studiums habe ich viele ähnliche Inhalte kennengelernt, aber diese Ausbildung war eine wertvolle Ergänzung zu allem, was ich bisher gelernt habe. Vor allem für alle, die mit Eltern und Kleinkindern arbeiten möchten, ist sie eine großartige Vorbereitung.
Die Referent:innen haben sich sehr viel Mühe gegeben, die Module abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Modul Selbstmanagement und Selbsterfahrung mit Mag. Beate Huter. Es war eine intensive Reise zu meinem innersten Ich. Nach diesem Modul habe ich meine Stärken und Schwächen besser kennengelernt und mein eigenes Potenzial entdeckt.
Außerdem habe ich viele wunderbare, damals noch zukünftige Leiterinnen kennengelernt. Es ist unglaublich, wie viele tolle Menschen an einem Ort zusammenkommen können. Jede ist anders, jede hat ihre eigene Geschichte – und doch verbindet uns etwas Gemeinsames. Das ist wunderschön.

 

Was macht Ihrer Meinung nach eine gute Eltern-Kind-Gruppenleiterin aus?

Knoflach: Eine sehr gute Frage. Meine Erfahrungen zeigen mir, dass eine gute Leiterin flexibel sein muss, gut zuhören kann, Empathie zeigt und ein feines Mitgefühl hat. Gleichzeitig sollte sie ihr eigenes inneres Kind pflegen, um mit den Kindern spielen zu können und die Eltern mit guter Laune anzustecken. Eine gute Leiterin behält den Überblick über die Gruppe, sodass jede Familie aus dem Treffen etwas Wertvolles mitnehmen kann.

 

Sie sind inzwischen als Eltern-Kind-Gruppenleiterin in Hörbranz und Lochau tätig. Was können Sie darüber berichten?

Knoflach: Vor dem allerersten Treffen, wenn wir im Kreis zusammensitzen, sehe ich so viele wunderbare Mamas, Papas und auch Omas mit ihren Kindern. Mein Herz klopft dann doppelt so schnell, und ich hoffe, dass am Ende alle zufrieden nach Hause gehen. Beim letzten Treffen ist es fast ein bisschen peinlich, aber ich schaue alle Kinder sowie die Mamas, Papas und Omas an und muss mich sehr zusammenreißen, um nicht zu weinen. Ich frage mich jedes Mal, wie es möglich ist, so viele liebevolle und einzigartige Menschen kennenlernen zu dürfen.
Die Purzelbaumgruppen, die ich leite, haben einen festen Ablauf, damit die Kinder wissen, was auf sie zukommt: Morgenkreis, ein leckeres Frühstück, ein Elternthema, währenddessen die Kinder Zeit für freies Spiel mit meinen unschätzbaren Helferinnen haben, und zum Abschluss ein bei den Kindern sehr beliebtes Spiel – der Teddybär.

 

Was zeichnet die Purzelbaumgruppen Ihrer Meinung nach aus?

Knoflach: Für mich ist die Purzelbaumgruppe ein echtes Phänomen. Ich bin persönlich begeistert von dieser Form der Eltern-Kind-Treffen. Durch die Elternthemen, die ich an die aktuellen Bedürfnisse der Mamas anpasse, entsteht Raum für wertvollen Austausch und neue Erkenntnisse.
Dort treffen sich Menschen, die ein tiefes gegenseitiges Verständnis füreinander haben. Es ist unglaublich erleichternd, von einer anderen Mama zu hören: „Hey, mir geht es genauso – du bist nicht allein.“
Natürlich gibt es in der Purzelbaumgruppe auch Zeit zum Austausch, zum Kontakteknüpfen, Freundschaften zu schließen, zu tanzen, zu singen, viel zu lachen und manchmal auch zu weinen. Alle Gefühle sind erlaubt – es ist ein sicherer Ort für alle Erziehenden.

 

Nähere Infos zu den Purzelbaum Eltern-Kind-Gruppen gibt's hier.

 

 

Aus der KirchenBlatt-Ausgabe Nr. 4 vom 29. Jänner 2026. 

 

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Veröffentlicht am 27.01.2026
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